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Staatsbibliothek, Friedrichshagen  

Neubau Speichermagazin Friedrichshagen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Staatsbibliothek zu Berlin, Ibero-Amerikanisches Institut und Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz

Speichermagazin Friedrichshagen Speichermagazin FriedrichshagenGebäudeansicht mit Blick aus Südwest Quelle: BBR, Fotograf: M. Meisse, 2014

Nutzung / NutzerSpeichermagazin /
Staatsbibliothek zu Berlin, Ibero-Amerikanisches Institut und Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, Stiftung Preußischer Kulturbesitz
AdresseFürstenwalder Damm 388, 12587 Berlin
ArchitektEberhard Wimmer Architekten, München
Projektleitung

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung,

Referat IV 3

Gesamtkosten*

95,4 Millionen Euro

1,3 Millionen Euro für die Ersteinrichtung

Wettbewerb und ErgebnisseBeschränkter Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem offenen Bewerberverfahren
1. Preisträger: Eberhard Wimmer, München
2. Preisträger: Lorber + Paul Architekten, Köln
4. Preisträger: Spengler Wiescholek Architekten Stadtplaner, Hamburg
Baubeginn / Fertigstellung2007 - 2014
Bruttogrundfläche38.000 Quadratmeter
Nutzfläche21.000 Quadratmeter

* Stand der haushaltsrechtlich anerkannten Kosten einschließlich Honorare. Aufschläge für allgemeine Risiken und zwischenzeitliche Preisindexsteigerungen sind nicht enthalten.

Entwicklung der Liegenschaft

Aufgrund des permanenten Zuwachses der Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin, des Ibero-Amerikanischen Instituts und des Bildarchivs Preußischer Kulturbesitz wurde nach vergleichenden Analysen verschiedener Standorte entschieden, die erforderlichen Magazinkapazitäten auf der bundeseigenen Liegenschaft in Friedrichshagen unterzubringen. 2003 wurde das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung mit der Gesamtleitung der Baumaßnahme beauftragt.

Das Speichermagazin Friedrichshagen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wurde nach Plänen des Münchener Architekten Eberhard Wimmer realisiert, der 2005 den begrenzt offenen Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren gewann.
Das viergeschossige Gebäude mit Abmessungen von 126 x 68 Meter beinhaltet im ersten Bauabschnitt Magazin- und Archivflächen für sechs Millionen Bücher, Spezialarchive für das Bildarchiv, Restaurierungsräume für Fotografien, einen Scannerraum, einen Besprechungs- und Schulungsraum und einige Büroräume. Nach Umsetzung des zweiten und dritten Bauabschnittes (geplant für 2035 bzw. 2060) könnten jeweils weitere drei Millionen Bücher an diesem Standort untergebracht werden.

Architektur

Ausgehend von der Aufgabenstellung begreift der Architekt das Speichermagazin – im Sinne eines Schatzhauses – als ein Gebäude von langer Dauer. Die kompakte Bauweise, die Massivität des äußeren Erscheinungsbildes und der aus der Nordfassade herausgerückte, als Verschlussstein bezeichnete, Baukörper sind dieser Interpretation geschuldet. Die Entwurfsidee basiert auf dem Modul von Regalen, die zu verschiebbaren Regalblöcken zusammengefasst sind. Für die Gestaltung des Eingangs wurde aus diesem Block ein Modul entnommen und vor das Gebäude gerückt. Zur Beleuchtung der Arbeitsplätze innerhalb des Magazinbereiches dienen Lichthöfe, die sich durch das "bildliche" Herausziehen verschiedener Regale aus den Regalblöcken ergeben.

Das Prinzip der verschiebbaren Regale bildet sich auch in der Gliederung der Betonfassade durch die vertikalen Natursteinschwerter ab. Diese sorgen durch ihre unterschiedliche Tiefenausbildung für ein differenziertes Licht- und Schattenspiel des fensterlosen Magazinbereiches. An den Nahtstellen zu den künftigen Bauabschnitten wurde eine Natursteinfassade für eine mehrfache Verwendung konzipiert. Sie verdeutlicht den prozesshaften Charakter der Erweiterungen. Von den Arbeitsplätzen an den Lichthöfen aus erfolgt über eine Buchtransportanlage und LKW der Versand der Bücher an die Stammhäuser "Unter den Linden" und "Potsdamer Straße".

Bauverlauf

Nach Genehmigung der haushaltsbegründenden Unterlage 2007 wurden die Bauarbeiten für das Speichermagazin mit der Beräumung und Baufeldfreimachung sowie der Pfahlgründung begonnen. Der Grundstein wurde am 02.09.2009 gelegt, knapp fünf Monate später, am 28.01.2010, fand das Richtfest statt. Die formelle Übergabe des Gebäudes nach RBBau erfolgte im März 2014. Danach wurde die Ersteinrichtung geliefert und der Beginn der Bücherumzuge konnte erfolgen. Parallel dazu konnte das Gebäude abschnittsweise in Betrieb genommen werden. Am 30.06.2014 fand die Schlüsselübergabe für den ersten Bauabschnitt des Speichermagazins Friedrichshagen statt. Damit wurde die erste Maßnahme am Depotstandort Friedrichshagen für die Institutionen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz realisiert.

Vergabenachprüfverfahren, Mängel bei der Bauausführung der Betonfertigteile, nicht kompensierbare Firmenverzüge bei Ausbau- und Technikgewerken und Kündigungen infolge von Insolvenzen bewirkten eine Bauzeitverlängerung von zirka zwei Jahren.

Fertigstellung / Übergabe

Baufertigstellung und Übergabe an den Nutzer: 27.03.2014
Lieferung der Ersteinrichtung: April bis Juni 2014
Bücherumzüge: Mai 2014 bis August 2015
Inbetriebnahme durch den Nutzer: Mitte 2014

Kostensituation

Die Entwurfsunterlage-Bau wurde im Januar 2007 mit Kosten in Höhe von 84.710.000 Euro bezogen auf den damaligen Preisstand genehmigt. Im Jahre 2011 wurden für den zwischenzeitlich gestiegenen Bedarf der Nutzer an Datenspeicherkapazitäten zusätzliche Mittel in Höhe von 2.134.000 Euro bewilligt und somit die Gesamtkosten auf 86.844.000 Euro erhöht. Die Baumaßnahme wird nach derzeitigem Stand der Abrechnung im genehmigten Kostenrahmen abgerechnet.
Für die Ersteinrichtung wurde ein Budget von 1.320.000 Euro genehmigt. Mit schlussgerechneten Kosten in Höhe von 1.193.000 Euro konnte die Maßnahme im genehmigten Kostenrahmen abgerechnet werden.

Ausblick

Mittel- und langfristig sind bauliche Erweiterungen des Gebäudes in 2 Bauabschnitten geplant. Die Fertigstellung des 2. Bauabschnitts mit Magazinflächen für 3 Millionen Bücher ist in 2035 und des 3. Bauabschnitts für weitere 3 Millionen Bücher in 2060 beabsichtigt.

Speichermagazin FriedrichshagenAnsicht Ostfassade Quelle: BBR, Fotograf: M. Meisse, 2013


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