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Realisierungswettbewerb Depotstandort Friedrichshagen

Neubau eines Magazingebäudes für die Staatsbibliothek zu Berlin in Friedrichshagen

ModellQuelle: Eberhard Wimmer Architekten, München

Anlass, Ziel und Wettbewerbsaufgabe

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurden auch die Nachfolgeeinrichtungen der "Preußischen Staatsbibliothek", die "Deutsche Staatsbibliothek" in Ost-Berlin und die "Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz" in West-Berlin wieder zusammengeführt. Im Jahr 1992 entstand unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) die Staatsbibliothek zu Berlin mit einem Bestand von über 9 Millionen Druckschriften sowie zahlreichen Sondersammlungen von Weltrang. Mit einem Jahreszuwachs von 150.000 Bänden zählt sie zu den herausragenden wissenschaftlichen Universalbibliotheken der Welt.

Die Kapazitäten zur Unterbringung der Magazinbestände und -neuzugänge sind erschöpft, so dass zu den zwei vorhandenen Standorten der Staatsbibliothek Unter den Linden und Potsdamer Straße der Bau eines Speichermagazins erforderlich ist.

Gegenstand des Wettbewerbs war somit die Errichtung eines Büchermagazins für die Staatsbibliothek zu Berlin auf der bundeseigenen Liegenschaft Fürstenwalder Damm 388 in Friedrichhagen im Bezirk Treptow-Köpenick in Berlin. Darüber hinaus sollte der Sitz des Bildarchivs der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in dem Neubau geplant, sowie Teile des Magazins des Ibero - Amerikanischen Instituts in dem Gebäude untergebracht werden.

Für die am Wettbewerb teilnehmenden Architekten stellte sich die Aufgabe wie folgt:

Auf dem ca. 123.000 großen Wettbewerbsgrundstück sollte das Speichergebäude innerhalb des in Abstimmung mit dem Bezirk ausgewiesenen Baufensters (ca. 38.000 ) geplant werden.

Entsprechend der langfristig angelegten Kapazitäts-Planung der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB) ist die Umsetzung der Maßnahme in drei Bauabschnitten vorgesehen, so dass ausgehend von einem stetigen sukzessiven Anwachsen des SBB-Magazinbedarfs für das Speichermagazin ein Entwurf in modularer Form zu entwickeln war, damit im 1. Bauabschnitt 6 Mio. Bände und in den weiteren Bauabschnitten jeweils 3 Mio. Bände aufgenommen werden können.

Nach dem Bauprogramm waren für die drei Bauabschnitte hierbei über die reinen Magazinflächen von ca. 37.082 Nutzfläche hinaus weitere Büro-/Archivflächen und dazugehörige Serviceflächen in einer Größenordnung von ca. 5.519 Nutzfläche zu planen.

Das Ziel des Wettbewerbs war es, einen Entwurf für das Magazin zu erhalten, der unter Berücksichtigung des städtebaulichen Zielkonzeptes die Ansprüche der verschiedenen Nutzer in gestalterischer, funktionaler und wirtschaftlicher Hinsicht erfüllt. Insbesondere wurde ein Lösungsansatz erwartet, der zum einen die fachspezifischen technischen Anforderungen der verschiedenen Institutionen der Stiftung vollständig berücksichtigt, zum anderen die Auseinandersetzung mit dem Bauvolumen architektonisch dem herausragenden Inhalt entsprechend bewältigt.

Am Verfahren Beteiligte

Auslober
Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK)
vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR),
Fasanenstraße 87, 10623 Berlin

Stimmberechtigte Fachpreisrichter
Ute Frank, Architektin / Berlin
Ingrid Burgstaller, Architektin / München
Florian Nagler, Architekt / München (Vorsitzender)
Prof. Dr. Ing. M. Norbert Fisch, Architekt / Stuttgart
Florian Mausbach, Präsident BBR

Stellvertretende Fachpreisrichter
Georg Bumiller, Architekt / Berlin
Nikolaus Mölders, AL IV BBR

Stimmberechtigte Sachpreisrichter
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin Staatsbibliothek zu Berlin (SBB)
Ute Löbel, Leiterin Stadtplanungsamt Bezirk Treptow-Köpenick
Prof. Dr. phil. h. c. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident SPK
Rolf-Dieter Katsch, Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen

Stellvertretende Sachpreisrichter
Dr. Daniela Lülfing, Bibliotheksdirektorin SBB
Norbert Zimmermann, Vizepräsident SPK

Sachverständige
MRICS Stefanie Frensch, Kostenprüfung
Dr. Kolasa, Leiter des Musikarchivs Deutsche Bibliothek, Bibliotheksbau
Dr. Ing. Karl-Heinz Schubert, Brandschutz
Dr. Ing. Uwe Römmling, Energieplanung

Koordination und Durchführung
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat A2
Beate Hückelheim-Kaune, Carola Zeidler, Eike Kühnast
Fasanenstraße 87, 10623 Berlin

Wettbewerbsart
Die Auslobung erfolgte als begrenzt offener, anonymer Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren.

Zulassungsbereich
Als Zulassungsbereich gelten die Mitgliedstaaten des WTO-Abkommens über das öffentliche Beschaffungswesen (General Procurement Act) und der ergänzenden Abkommen.

Die Entscheidung des Preisgerichts

Das Preisgericht tagte am 29. und 30. Juni 2005 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Fasanenstraße 87, 10623 Berlin unter dem Vorsitz von Florian Nagler.
Nach intensiver, umfassender Beratung beschloss das Preisgericht nahezu in allen Entscheidungen einstimmig folgende Preisverteilung:

1. Preis (50.000 €)
Eberhard Wimmer Architekten, München

2. Preis (45.000 €)
Lorber + Paul Architekten, Köln

4. Preis (25.000 €)
Spengler Wiescholek Architekten Stadtplaner, Hamburg

3 Ankäufe (á 10.000 €)
gmp Architekten Meinhard von Gerkan mit Stephan Schütz, Berlin
Paul Bretz Architekt, Luxemburg
H. G. Merz GmbH, Stuttgart

Empfehlung des Preisgerichts

Unter Berücksichtigung der in der schriftlichen Beurteilung geäußerten Empfehlungen hat das Preisgericht dem Auslober einstimmig empfohlen, den ersten Preisträger mit den Planungsleistungen für die Errichtung des Magazingebäudes für die Staatsbibliothek zu beauftragen.

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