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Pergamonmuseum

Grundinstandsetzung und Ergänzung

Perspektivansicht des PergamonmuseumPerspektivansicht mit geplanter Ergänzung des vierten Flügels Quelle: Architekturbüro O.M. Ungers, Köln

Nutzung / NutzerStaatliche Museen zu Berlin /
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
AdresseBodestraße 1-3, 10178 Berlin
Architekt

1910-1930, Alfred Messel/Ludwig Hoffmann

Grundinstandsetzung und Ergänzung
Entwurfsplanung: Prof. O. M. Ungers († 2007)
Ausführungsplanung und Ausführung: Werkgemeinschaft Pergamonmuseum, bestehend aus: Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH/Prof. Walter A. Noebel († 2012)/BAL Bauplanungs und Steuerungs GmbH

ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung,
Referat IV 2
Wettbewerb und ErgebnisseBeschränkter Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberauswahlverfahren. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Prof. Jürgen Sawade entschied in seiner Sitzung am 23. Mai 2000 für folgende Preisträger :
1. Preis:Prof. O. M. Ungers, Köln
2. Preis:Diener & Diener, Basel/Berlin
3. Preis:Prof. Hans Kollhoff, Kollhoff und Timmermann, Berlin
Nach dem Tod von Prof. O. M. Ungers wurde im Rahmen eines VOF-Verfahrens die Werkgemeinschaft Pergamonmuseum (s. o.) mit der Umsetzung der Planung beauftragt.
Bruttogrundfläche59.222 Quadratmeter
Nutzfläche18.516 Quadratmeter

Das Pergamonmuseum wurde als fünftes Haus auf der Museumsinsel Berlin in den Jahren 1907 bis 1930 von dem Architekten Alfred Messel und nach dessen Tod 1909 von Ludwig Hoffmann geplant und realisiert.
Das Gebäude wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört. Die Reparaturen erfolgten schrittweise; die ersten Säle wurden 1951 wiedereröffnet. 1982 erhielt das Pergamonmuseum eine neue zentrale Eingangshalle.
In den 1990er Jahren begonnene Untersuchungen zeigten große Schäden an der Stahlkonstruktion des Daches und den Lichtdecken, an den Fassaden und Gesimsen bis hin zur Gründung unter dem Ehrenhof. Die technische Ausrüstung ist veraltet und die Funktionalität für einen zeitgemäßen, besucherstarken Museumsbetrieb nicht mehr gegeben. Der schlechte Bauzustand erfordert eine umfassende Grundinstandsetzung des Gebäudes.

Im Ergebnis eines Architektenwettbewerbs wurde im Jahr 2000 der Architekt O. M. Ungers ausgewählt und zunächst mit der Programmfindung beauftragt, die im Februar 2001 vorgelegt wurde. Im Januar 2004 erteilten die Träger der Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Auftrag zur Erstellung der Vorplanung in drei Varianten. Auf Grundlage dieser Vorplanung erfolgte im Februar 2006 die Erteilung eines Planungsauftrages zur Aufstellung der Haushaltsunterlage-Bau (HU-Bau) zur Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums.

Der Entwurf des Büros O. M. Ungers sieht im Rückgriff auf den Entwurf von Alfred Messel die Ergänzung der Dreiflügelanlage um einen vierten Flügel vor. Damit wird erstmalig ein durchgängiger Rundgang geschaffen und gleichzeitig die Idee des Museumsforums wiederbelebt.

Der Neubau des vierten Flügels verbindet die Kopfbauten des Nord- und Südflügels auf der Hauptausstellungsebene (Ebene 2) als „gläserne Vitrine“. Hier werden die Großarchitekturen des Ägyptischen Museums präsentiert, die sich derzeit noch im östlichen Stülerbau in Berlin-Charlottenburg befinden. Der Rundgang durch die Großarchitekturen – Tel-Halaf-Fassade, Prozessionsstraße von Babylon und Ischtartor (Vorderasiatisches Museum), Marktor von Milet und Pergamonaltar (Antikensammlung) – wird außerdem durch die Mschattafassade (Museum für Islamische Kunst) vervollständig, die dazu von der oberen Ausstellungsebene (Ebene 3) im Kopfbau des Südflügels in die Hauptausstellungsebene des Nordflügels versetzt wird.

Der Entwurf greift das ehemalige Prinzip auf, jeden Gebäudeflügel einer Sammlung zuzuordnen. Gemäß dieser Neuordnung wird das Vorderasiatische Museum beide Ausstellungsebenen (Ebene 2 und Ebene 3) des Südflügels und das Museum für Islamische Kunst die des Nordflügels belegen. Die großen Architektursäle im Mittelbau beherbergen unverändert die Antikensammlung. Das Ägyptische Museum wird im vierten Flügel als vierte Sammlung im Pergamonmuseum vertreten sein.
Der zentrale Eingang in den Mittelbau des Pergamonmuseums bleibt erhalten. Der 1982 errichtete Eingangspavillon wird jedoch durch ein gläsernes Tempietto ersetzt. Von hier aus ist auch eine direkte Verbindung zur Archäologischen Promenade in Ebene 0 vorgesehen. Ergänzend zum mittigen Eingang, über den unmittelbar die Antikensammlung erschlossen wird, erhalten das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst zusätzliche Eingänge jeweils in den Kopfbauten von Süd- und Nordflügel. Auf dieser Eingangsebene (Ebene 1) ist der vierte Flügel als offene Stützenhalle ausgebildet. Eine neue, barrierefrei Brücke über den Kupfergraben führt in diese Halle und weiter auf das öffentlich zugängliche Forum. In den bisher vorwiegend intern genutzten Flächen der Ebene 1 gliedern sich im Nordflügel Café und Restaurant und im Südflügel Räume zur Schülerbetreuung des museumspädagogischen Dienstes an. Öffentliche Durchgänge, die an der Nahtstelle von Mittelbau und Nord- bzw. Südflügel angeordnet werden, schaffen eine Verbindung zwischen dem Forum und den Freiflächen der Museumsinsel. Damit wird die Einbindung des Pergamonmuseums in den Gesamtkontext der Museumsinsel gestärkt.

Am 09. März 2009 bestätigte der Stiftungsrat die Haushaltsunterlage-Bau für die Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums. Zur Umsetzung des Entwurfs von O. M. Ungers wurde über ein VOF-Verfahren die „Werkgemeinschaft Pergamonmuseum“ ausgewählt und mit den weiteren Architektenleistungen beauftragt. Im Juli 2009 wurde mit der Ausführungsplanung begonnen.

Als vorgezogene Maßnahme zur Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums wurde die Gesimssanierung durchgeführt und 2010 fertig gestellt. Vorbereitende Baumaßnahmen außerhalb des Gebäudes erfolgten ab 2011. Neben Leitungsverlegungen zur Baufeldfreimachung wurde ein Interimsbau hinter dem Pergamonmuseum errichtet, in dem während der Bauzeit die Technikzentrale und der Sicherheitsleitstand betrieben werden und der nach Fertigstellung der Grundinstandsetzung wieder abgebaut wird. Die Arbeiten zum Neubau des sogenannten Spreekellers wurden 2012 begonnen. Dieser Keller erstreckt sich von der Rückseite des Pergamonmuseums bis zur Spree. Hier werden im Wesentlichen die neuen, gebäudetechnischen Zentralen für den künftigen Betrieb des Pergamonmuseums untergebracht.

Innerhalb des Gebäudes wird die Grundinstandsetzung und Ergänzung in zwei Bauabschnitten bei laufendem Museumsbetrieb realisiert. Die damit verbundenen Verlegungen von Besucherzugängen sowie sonstige Provisorien während der Bauausführung sind Bestandteil der Baumaßnahmen.

Der Bauabschnitt A umfasst den gesamten Nordflügel, den Mittelbau mit dem Pergamonsaal und den Neubau des Tempiettos. Die Bauarbeiten begannen im Januar 2013 im leer geräumten Nordflügel. Der Pergamonsaal wurde im Herbst 2014 für den Besucherverkehr geschlossen. Der Besucherzugang erfolgt bis zur Fertigstellung des Bauabschnitts B über einen provisorischen Eingang auf der Ostseite (Rückseite) des Mittelbaus. Ein Zugang über den Ehrenhof ist nicht möglich, da dieser für beide Bauabschnitte als Baustelleinrichtungsfläche genutzt werden muss.

Der Bauabschnitt B umfasst den gesamten Südflügel, den Neubau des vierten Flügels sowie die Herrichtung des Ehrenhofes in seiner neuen Form als Forum. Mit Fertigstellung des Bauabschnittes B ist dann die gesamte Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums abgeschlossen.

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