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James-Simon-Galerie

Die James-Simon-Galerie erhält Konturen

Baustelle der James-Simon-Galerie im Mai 2017 James-Simon-GalerieBaustelle der James-Simon-Galerie im Mai 2017, im Hintergrund das Neue Museum Quelle: BBR/ Fotograf: Björn Schumann


Nutzung / NutzerStaatliche Museen zu Berlin /
Stiftung Preußischer Kulturbesitz
AdresseBodestraße 1-3, 10178 Berlin
ArchitektDavid Chipperfield Architects, Berlin
ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat IV 2
Gesamtkosten*rund 134 Millionen Euro
Wettbewerb und ErgebnisseInternationaler Realisierungswettbewerb (1993/1994) mit anschließendem gutachterlichen Verfahren (1997)
Baubeginn / Fertigstellung2009 - 2018
Bruttogrundflächerund 10.900 Quadratmeter
Nutzflächerund 4.600 Quadratmeter

*Stand der haushaltsrechtlich anerkannten Kosten einschließlich der Honorare. Aufschläge für allgemeine Risiken und zwischenzeitliche Preisindexsteigerungen sind nicht enthalten.

Am 27. Juni 2007 legte der Architekt David Chipperfield einen überarbeiteten Plan für den zentralen Eingangsbereich (James-Simon-Galerie) auf der Museumsinsel vor. Dieser Plan stieß auf eine breite öffentliche Zustimmung. Zuvor, im November 2006, hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, Mittel für dieses Bauvorhaben zu gewähren. Damit war für die Baurealisierung der Weg geebnet.
Die James-Simon-Galerie wird als zentrales Besucherzentrum entscheidende Servicefunktionen für die Museumsinsel und alle benachbarten Museen übernehmen. Zugleich ist hier der Startpunkt der Archäologische Promenade. Dieses teils unterirdisch angelegte Wegesystem wird alle Museen (außer der Alten Nationalgalerie) auf der Insel miteinander verbinden und einen zielgerichteten, querschnittsartigen Museumsrundgang ermöglichen.

David Chipperfield Architects verwenden das vom Architekten Stüler vorgegebene historische Motiv der Kolonnaden und stellen damit eine harmonische Verbindung zu den historischen Bauten her. Die zum Lustgarten hin geöffnete und weithin sichtbare breite Freitreppe entspricht der Funktion des Hauses als Empfangsgebäude für den gesamten Museumskomplex.
Zum Neuen Museum hin entsteht mit der Fortführung der Stülerschen Kolonnaden im Außenraum ein wohl definierter Innenhof. Von hier aus werden ebenerdig das untere Foyer und das angrenzende Auditorium erschlossen. Eine nach unten führende Treppe bahnt den Weg in das Sockelgeschoss, in dem sich der Sonderausstellungsbereich und die Archäologische Promenade, der Übergang zum Neuen Museum, befinden. Die Freitreppe auf Seiten der Bodestraße führt auf den Gebäudesockel in das obere Foyer und auf die großzügige Terrasse entlang des Kupfergrabens. Über das Foyer gelangt der Besucher direkt in das Pergamonmuseum. Auf dieser Ebene ist das Café mit weitem Blick über den Kupfergraben angeordnet. Im Mezzaningeschoss zwischen unterem und oberen Foyer befinden sich Garderoben, Toiletten und der Museumsshop. Die von David Chipperfield Architects gewählten Materialien sind Glas und Betonwerkstein mit Natursteineinschlüssen.
Gleichwohl die James-Simon-Galerie als zentraler Einlass für alle Besuchergruppen des Pergamonmuseums und der Archäologischen Promenade dient, bleiben die individuellen Eingänge der Museen bestehen.


Die James-Simon-Galerie nimmt Gestalt an

Nach Fertigstellung der Baugrube und der Gründung, deren Herstellung im schwierigen Baugrund enorme Anstrengungen erforderte (weiterführende Informationen dazu finden Sie hier bzw. über den Link in der rechten Spalte.), wurde 2014 mit den Rohbauarbeiten begonnen und knapp zwei Jahre später, am 13. April 2016, das Richtfest gefeiert.

Seitdem zeichnet sich am Gebäude das prägende Material des Betonwerksteins mehr und mehr ab. Die Errichtung der Fassaden aus den großformatigen Betonfertigteilen, wie auch die Aufrichtung der extrem schlanken Stützen aus demselben Material, erforderten höchste Präzision. Die Stufen der großen Freitreppe mussten auf eine spezielle Unterkonstruktion aufgebracht werden, um Schallübertragungen in das darunter liegende Auditorium zu vermeiden. Zwischen dem Neuem Museum und der James-Simon-Galerie zeichnet sich bereits der durch die neuen Kolonnaden gerahmte Hof ab, in dem für den langgestreckten Brunnentisch Fundament, Brunnenstube und Unterbau fertiggestellt und mit der Verlegung der Granitplatten begonnen wurde.

Die Schließung der Gebäudehülle durch die unterschiedlichen Glasfassaden ist abgeschlossen. In der Hochkolonnade wurde eine Sonderkonstruktion mit rund 8,50 Metern hohen, im Abstand von 1,50 Metern montierten Glasschwertern realisiert, auf die die Verglasung gesetzt ist. In die beiden Öffnungen im Sockel werden rund 6 x 3 Meter große, 1.500 Kilogramm schwere Glasscheiben eingebracht.  Eine besondere Herausforderung stellt auch die Produktion der Verbundscheiben aus Glas und sehr dünn geschliffenem Marmor dar. Diese transluzenten Fassadenelemente kommen im oberen Foyer als besonderes Gestaltungselement zum Einsatz.

Im Inneren des Gebäudes bilden der Ausbau der Technikzentralen und die technischen Installationen den Schwerpunkt. Kanäle und Leitungstrassen des hoch technisierten Gebäudes werden vertikal in Schächten und horizontal in den Decken bzw. den bis zu 1,10 Meter hohen Rippenböden verlegt, die später einen Fußbodenbelag aus großformatigen Muschelkalkplatten erhalten. Im Wechselausstellungsbereich wird die Zuluft der Klimatisierung nicht über Kanäle, sondern in einem Druckluftboden geführt, was bei der Bauausführung in diesem Bereich besondere Maßnahmen zur Einhaltung hygienischer, staubfreier Verhältnisse erfordert.

Die Sichtbetonflächen, die die öffentlichen Bereiche im Gebäudeinneren bestimmen werden, sind in hoher Qualität erstellt. Mit dem weiteren baulichen Ausbau, wurde unter anderem im Auditorium begonnen, in dem akustisch wirksame Deckensegel aus europäischem Nussbaumholz montiert wurden.

Parallel zur Bautätigkeit laufen die Vorbereitungen zur Ausstattung des Hauses. Diese umfasst nicht nur die Einrichtung sämtlicher Arbeitsplätze und die Möblierung der öffentlichen Bereiche, von den Foyers über den Museumshop bis hin zum Café, sondern auch eine Grundausstattung von variabel einsetzbaren Vitrinen und Stellwänden für Wechselausstellungen, die im Gebäude vorgehalten wird. Außerdem werden nach Baufertigstellung im Rahmen der Erstausstattung alle technischen, grafischen und medialen Elemente des Ticket-, Kassen- und Kontrollsystem sowie des Leit- und Besucherinformationssystem eingebracht. Bestandteil der Ausstattung der James-Simon-Galerie ist nicht zuletzt eine Dauerausstellung zur Geschichte der Museumsinsel.

Eingangsbereich und Freitreppe der James-Simon-Galerie, vom Lustgarten aus betrachtet (Rendering) Blick vom LustgartenEingangsbereich und Freitreppe der James-Simon-Galerie, vom Lustgarten aus betrachtet (Rendering) Quelle: © Imaging Atelier

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