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Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das Humboldt Forum im Berliner Schloss - Treppenhäuser über den Portalen 1 und 5


Wettbewerbsverfahren

Anlass und Ziel

Mit dem Humboldt Forum im Berliner Schloss entsteht nach Plänen des italienischen Architekten Franco Stella in der historischen Mitte Berlins ein einzigartiger Ort von nationaler und internationaler Bedeutung. ---> mehr

Verfahren

Der Wettbewerb wurde am 10.04.2017 als offener, zweiphasiger, anonymer Realisierungswettbewerb in deutscher und englischer Sprache ausgelobt. Die maßgebende Wettbewerbssprache war Deutsch. Die Ausschreibung erfolgte gemäß des Leitfadens Kunst am Bau (BMUB 2012) und in Anlehnung an die Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2013).

Entscheidung des Preisgerichts

Das Preisgericht der 1. Phase unter Vorsitz von Werner Schaub tagte am 31.8. und 1.9.2017 und wählte aus 222 eingereichten Wettbewerbsarbeiten 18 Künstlerinnen und Künstler für die die zweite Phase aus. In der Preisgerichtssitzung der 2. Phase am 12.12.2017 wurden ein 1. Preis für den Standort Treppenhaus über Portal 1 und ein 1. Preis für den Standort Treppenhaus über Portal 5, ein 2. Preis und ein Sonderpreis vergeben. Das Preisgericht empfahl einstimmig die Arbeiten der ersten beiden Preisträger zur Realisierung.

1. Preis - 1392 - Standort Treppenhaus über Portal 1

"GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG"
An Seebach, Christiane Stegat, Köln

Begründung:
Der Arbeit GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG gelingt es, die Komplexität der Ziele des Humboldt Forums in zwei Medien vorzüglich zu erfassen und mit den Mitteln gegenwärtiger künstlerischer Techniken zu gestalten. Die Wandmalerei nimmt die barocke Architektur des Vorgängerbaus auf, um herausragende Exponate der Sammlungen des Humboldt Forums als Requisiten von linear gezeichneten Architekturelementen zugleich systematisch und spielerisch zu präsentieren. Die feinlinigen Zeichnungen verwenden digitale Techniken der Übertragung, um auf diese Weise im zeitgenössischen Rahmen auch die Unüberholbarkeit jener Techniken zu bezeugen, denen sich die Exponate verdankten.

Insgesamt entsteht eine großflächige Wandmalerei, die alle Altersgruppen und sozialen Schichtungen anzusprechen vermag. Dasselbe gilt für die im Treppenhaus ausliegenden Bücher, die alle notwendigen Informationen zu den Exponaten liefern. Diese werden im Buch sowohl durch Fotografien wie auch verkleinerte Zeichnungen präsentiert. Auch auf diese Weise entsteht eine medial mehrschichtige Präsentation dieses Mikrokosmos des Humboldt Forums. Die Arbeit verdient uneingeschränkt den 1. Preis.

1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 1 "GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG" Humboldt-Forum1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 1 "GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG" Quelle: An Seebach, Christiane Stegat, Köln

1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 1 "GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG" Humboldt-Forum1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 1 "GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG" Quelle: An Seebach, Christiane Stegat, Köln

1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 1 "GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG" Humboldt-Forum1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 1 "GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG" Quelle: An Seebach, Christiane Stegat, Köln

1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 1 "GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG" Humboldt-Forum1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 1 "GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG" Quelle: An Seebach, Christiane Stegat, Köln

1. Preis - 1389 - Standort Treppenhaus über Portal 5

"o.T."

Tim Trantenroth, Berlin

Begründung:
Der Künstler bezieht sich auf den jüngst vergangenen Kontext und reflektiert die Fassadenstruktur des Palastes der Republik. Diese Fassade ist im Gedächtnis vieler Menschen stark verankert. Changierend zwischen Rasterstruktur und überzeichneter Perspektive lotet die Arbeit die Möglichkeiten der Wandmalerei aus und stellt die Frage nach Transparenz und deren Illusion. Großzügig spannt sich die Arbeit über die ganze Portalwand. Sie ist dabei nicht aufdringlich, sondern zeigt eine interessante Fern- und Nahwirkung. Gemalte Flächen und Leerstellen verweben das Motiv mit der gesamten Wandfläche und erzeugen eine spannungsvolle Raumwirkung.

1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 5 "o. T" Humboldt-Forum1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 5 "o. T." Quelle: Tim Trantenroth, Berlin

1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 5 "o. T." Humboldt-Forum1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 5 "o. T." Quelle: Tim Trantenroth, Berlin

1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 5 "o. T" Humboldt-Forum1. Preis - Standort Treppenhaus über Portal 5 "o. T." Quelle: Tim Trantenroth, Berlin

2. Preis - 1394

" LICHTPAUSE"

Dico Kruijsse, Carolin Lange, Rotterdam (Niederlande)

Begründung:
Der Entwurf "LICHTPAUSE" überzeugt durch die Auseinandersetzung mit dem Gebäude, der Fassade und dem Raum selbst. All diesen Teilen wird quasi eine aktive Rolle zur Bildfindung zugewiesen. Wie bei einer Kamera hinterlassen die vom Tageslicht projizierten Lichtflächen mit der Technik der Cyanotypie dauerhafte, teilweise tiefblaue Abbilder. Interessant ist dabei, dass bei diesem Verfahren, also abhängig von der Lichtintensität, die negativartigen "Fotos" zwischen Klarheit und Diffusität changieren. Dieser "eingefrorene" Lichtmoment bedeutet nicht den Abschluss der Wandgestaltung, da die sich im Laufe des Tages verändernden Lichtsituationen das Wandbild ständig überschreiben.

2. Preis - "LICHTPAUSE" Humboldt-Forum2. Preis - "LICHTPAUSE" Quelle: Dico Kruijsse, Carolin Lange, Rotterdam (Niederlande)

2. Preis - "LICHTPAUSE" Humboldt-Forum, Kunst-am-Bau-Wettbewerb2. Preis - "LICHTPAUSE" Quelle: Dico Kruijsse, Carolin Lange, Rotterdam (Niederlande)

Sonderpreis - 1398

"BERLIN 1:1 in DOUALA"

Entwurfsverfasser: Erik Göngrich, Berlin, Mitarbeit: Cora Hegewald

Begründung:
Die Arbeit "BERLIN 1:1 in DOUALA" ist als Langzeitprojekt angelegt und hinterfragt das Konzept einer europäischen Kulturinstitution wie dem Humboldt Forum auf kritische Weise, reflektiert dabei aber gleichzeitig auch auf unser kolonialgeschichtliches Erbe. Ziel ist es, neben der Gestaltung der Wandfläche im Treppenraum im Berliner Schloss allein mit den Buchstaben der Ortes Douala, in eben diesem Ort in Kamerun einen unkonventionellen Ausstellungsort und einen Raum für dialogische, partizipative Formate zu schaffen. Die Arbeit überzeugt in ihrer klaren Haltung und dem prozessorientierten Umsetzungsvorschlag, sie überschreitet allerdings die räumlich gegebenen Grenzen der Auslobung in konzeptionell radikaler Weise. Daher wurde diese Wettbewerbsarbeit kontrovers diskutiert; die Jury entschied jedoch einhellig, sie mit einem Sonderpreis zu belobigen.

Sonderpreis - "BERLIN 1:1 in DOUALA"  Humboldt-ForumSonderpreis - "BERLIN 1:1 in DOUALA" Quelle: Erik Göngrich, Cora Hegewald, Berlin

Sonderpreis - "BERLIN 1:1 in DOUALA"  Humboldt-ForumSonderpreis - "BERLIN 1:1 in DOUALA" Quelle: Erik Göngrich, Cora Hegewald, Berlin

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