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Preisträger

für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal

Preisträger: Arbeit 1007

Milla und Partner, Stuttgart, Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit Sasha Waltz, Künstlerin, Berlin
(weitere Mitwirkende siehe Teilnehmerverzeichnis)

 Perspektive in Richtung Humboldt-Forum Perspektive in Richtung Humboldt-Forum

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf 1007 entspricht der Intention der Auslober von Bundestag und Bundesregierung weitgehend und in eindrücklicher Weise. Die verbalen und visuellen Darstellungen behandeln das Thema der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit. Besonders interessant ist die Form des Denkmals als ein nach oben, in die Zukunft "aufgehobener" Sockel, der sich von der Vergangenheit löst. Sehr kontrovers diskutiert wurde, ob der Entwurf pathetisch wirkt.

Der Titel "Bürger in Bewegung" verweist darauf, dass Veränderungen mit der Aktivität der Bürgerinnen und Bürger verbunden sind, Kommunikation voraussetzen und selbst dann nur langsame, allmähliche Bewegung erzeugt. Durch die Begehbarkeit des neuen Sockels in Form einer Schale werden die Bürger selbst zu Nutzern und zum Teil des Denkmals. Die Widmung "Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk." steht nicht plakativ im Stadtraum, sondern wird um so deutlicher und sichtbarer, je weiter man sich auf dieses Denkmal einlässt und es betritt. Das Denkmal steht als Kontrapunkt in Bezug zum Schloss. Die Buchstaben selbst können zum verweilen und Nachdenken besetzt und benutzt werden.

Im Stadtraum bildet das Denkmal keinen Fremdkörper, sondern fügt sich in seiner äußeren Gestaltung und mit der goldfarbenen Oberfläche eher ein. Es erinnert zum Beispiel auch an die Schale vor dem Alten Museum im Lustgarten.

Die verbalen und nonverbalen "Zitate" aus der Bürgerbewegung der DDR und der Wiedervereinigung sind, zumindest was die auf der Unterseite vorgesehenen Abbildungen betrifft, nur dann ausreichend wahrnehmbar, wenn die Schale tatsächlich in Bewegung ist. Unklar bleibt die gesamte Gestaltung des Außenbereiches unterhalb der Schale. Diese muss in Bezug auf Sicherheit, Zugänglichkeit und architektonischer Wirkung zwingend überarbeitet werden Hinsichtlich der Sicherheit, Betriebskosten, des Missbrauchs und des hohen technischen Aufwandes wurden zum Teil erhebliche Bedenken geäußert. Der Zugang zur Schale für Behinderte ist ebenfalls unklar.

Die künstlerische Intention schließt nach Meinung des Preisgerichtes die Möglichkeit, dass die Schale tatsächlich bewegt werden kann, zwingend mit ein. Das im wörtlichen Sinne gemeinte "Gewicht" des Volkes in der Demokratie wäre sonst nicht erfahrbar.

Es bleibt insgesamt fraglich, ob der Kostenrahmen von 10 Millionen einzuhalten ist, wenn das Werk beweglich sein und dauerhaft funktionieren soll.

Perspektive in Richtung BauakademiePerspektive in Richtung Bauakademie

UmgebungsmodellUmgebungsmodell

UmgebungsmodellUmgebungsmodell

ArbeitsmodellArbeitsmodell

Erläuterung der Entwurfsverfasser

"Bürger in Bewegung"

Herleitung

EntwurfsskizzenEntwurfsskizzen

Drei konzeptionelle Kerngedanken

1. Die mutigen Bürger der friedlichen Revolution von 1989 sind die Basis unserer heutigen Freiheit und Einheit. Das Denkmal will auch ein Vermächtnis und eine Aufforderung für nachfolgende Generationen sein und öffnet sich nach oben,  zur Zukunft hin.

2. Das Denkmal lädt nicht nur zur Betrachtung von außen ein, sondern will betreten werden – der Bürger von heute steht dann im Mittelpunkt, wird selber Teil des Denkmals.

3. Wenn sich die Menschen in einer größeren Gruppe verständigen, können sie das Denkmal bewegen. Freiheit und Einheit sind keine dauerhaften Zustände, sondern müssen stets neu gestärkt und definiert werden, sie erfordern ständiges Engagement.

Inhaltliches und künstlerisches Konzept / Aussage und Wirkung

Ein nach oben geöffnetes, leichtes, schlankes und dynamisches Objekt. Es erinnert vielleicht an Flügel, an ein Blatt, eine Schale, ein Boot, eine geöffnete Hand. All diese Assoziationen sind erwünscht – es soll beflügeln und gleichzeitig Geborgenheit ausstrahlen.

Die Außenseite zeigt große Bilder von Demonstranten der Herbstrevolution, deren gemeinsame Kraft und Vision die Fläche von der Vergangenheit in eine optimistische Zukunft symbolisch emporstemmt. Formal bilden somit die Bürgerinnen und Bürger die Basis der Freiheit und Einheit, auf der sich die heutigen Besucher bewegen.

Die große und detailreiche Darstellung der Demonstranten auf hochwertigem Untergrund drückt unmittelbar Dank, Respekt und Wertschätzung gegenüber den mutigen Bürgerinnen und Bürgern aus. Dies entfaltet eine starke Fernwirkung, die Details dienen der Nahwirkung und animieren dazu, das Denkmal zu umrunden. Die Bildrasterung (als Lochstanzung) signalisiert einen journalistischen, dokumentarischen Anspruch, der einer Heldenstilisierung entgegenwirkt.

Die Asphaltoberfläche wird von eleganten Linien durch zogen, den sogenannten "Beweggründen": Es sind in den Boden eingelassene Zitate engagierter Bürgerrechtler und Demonstranten mit ihren individuellen und vielfältigen Motivationen. Sie überziehen die Denkmaloberseite von Rand zu Rand und leiten den lesenden Besucher über die Weite der Fläche. Motive und Beweggründe werden von einem geeigneten Gremium recherchiert und ausgewählt.

Das Denkmal ist offen für unterschiedlichste Nutzungen: Spontane, informelle, spielerische oder auch offizielle.

Die Wölbung der Schale wie auch die Rundung des Schriftzuges bilden einen offenen Raum, einen Platz, eine Bühne, die den Menschen offen steht: als Ort des Zeigens, Schauens, Aufführens, Diskutierens, Musizierens. Ein Speaker’s Corner, ein Treffpunkt, eine Sitzlandschaft – ein Frei- und Spielraum für die Besucher und Bürger der Stadt.

Die zum Schloss hin geöffnete Schale fordert die Besucher auf, hinaufzukommen, sie zu betreten – die Bürger werden selbst zu einem Teil des Denkmals.

Die beiden Schlüsselsätze der friedlichen Revolution stehen zentral – aber nicht als Andachtsfläche, sondern mitten auf dem Asphalt im Hier und Jetzt und sind ein Appell an die Gegenwart und Zukunft.

Die Buchstaben sind "besetzbar" im wahrsten Sinne des Wortes. Gerne können die Menschen auf den Buchstaben verweilen, essen, sich verabreden. Es wird ein heiterer, nahbarer Ort sein.

Die Besucher sind aufgefordert, das Erbe der friedlichen Revolution fortzuführen.

Die Besucher werden bei der Betrachtung und der Auseinandersetzung mit dem Denkmal aktiviert: Sie werden zu Akteuren, der Besuch wird zu einem höchst partizipativen Ereignis.

Demokratie und Freiheit sind kein Zustand, auf dem sich eine Gesellschaft ausruhen darf, sondern leben vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Parteien, Wahlen, Meinungsäußerungen und so weiter.

Deswegen kann das Denkmal bewegt werden:
Es ist entlang der geometrischen Mittelachse beweglich gelagert. Sobald sich auf einer Seite 50 Menschen mehr als auf der anderen befinden, senkt sich diese langsam und geräuschlos nach unten, die gegenüberliegende nach oben: die Bürger bewegen ihr Denkmal gemeinsam. Es bedarf also einer gemeinsamen Vereinbarung, einer Verständigung miteinander, um das vollständige Erlebnis des Denkmals zu erreichen.

Es ist kein Denkmal der Vereinzelung, sondern des kollektiven Erlebens und der Begegnung.

Natürlich wird das den Besuchern auch schlicht und einfach Freude machen. Darum geht es ja auch bei Freiheit und Demokratie: um Freude, um Heiterkeit, um Lust am Leben ohne Mauern und in Freiheit und Einheit. Die Schale ist also sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne eine  Verkörperung einer Bürgerbewegung. Das gemeinsame Engagement und seine  Errungenschaften werden in die Gegenwart und Zukunft symbolisch weiter-getragen.

Botschaft: Nur gemeinsam können wir einen Staat oder eine Gesellschaft in  Bewegung halten und verändern.

"Wir sind das Volk. Wir sind ein Volk."

Auf sympathische, spielerische Weise erleben die Besucher, dass die gemeinsame Freiheit nur durch Einheit möglich ist und die Einheit nur freiwillig wirklich erreicht werden kann.

Preisträger: Arbeit 1008

Prof. Stephan Balkenhol, Karlsruhe, Künstler
(weitere Mitwirkende siehe Teilnehmerverzeichnis)

PerspektivePerspektive

Beurteilung durch das Preisgericht

"Der Kniende" - Die Arbeit thematisiert die einzelne menschliche Figur. In der Reduktion auf den bescheiden knieenden Mann (warum eigentlich keine Frau?) hebt sie sich auffallend von anderen Entwürfen ab, die eher mit den Mitteln der materiellen Größe und vordergründigen Symbolik angetreten sind.

Die Arbeit nimmt den Gedanken des klassischen Denkmals auf. Sie bricht ihn auf eine zeitgemäße Weise in eine Geste der Kontemplation und Nachdenklichkeit des Einzelnen herunter.

Die Verbindung zum Einheits- und Freiheitsbegriff im Zusammenhang mit den Ereignissen von 1989 ist nicht eindeutig . Sie hängt von der persönlichen Perspektive des Betrachters ab. Der Knieende lässt insofern auch einen weiten Bereich von Konnotationen zu, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem vorgegebenen Thema des Wettbewerbs stehen.

Die Freiheit des Einzelnen steht hier zur Diskussion, ebenso wie die Einheit mit sich selbst als Voraussetzung dafür, sich mit dem/der/den anderen zu einigen.

Die künstlerische Qualität der bildhauerischen Setzung steht außer Frage.

Die Anforderungen der Auslobung sind erfüllt: Der Knieende ist als Solitär gut sichtbar und steht für sich alleine, ohne der Umgebung die stadträumliche Wirkung zu nehmen. Eingriffe in den Sockel sind eher gering. Der Denkmalschutz ist nicht beeinträchtigt. Probleme bezüglich Verkehrssicherheit und barrierefreiem Zugang sind nicht erkennbar. Konstruktion, Materialität und Farbigkeit sind erprobt und dürften hinsichtlich der Umsetzbarkeit unproblematisch sein. Der Kostenrahmen erscheint einhaltbar.

 Perspektive Perspektive

UmgebungsmodellUmgebungsmodell

UmgebungsmodellUmgebungsmodell

ArbeitsmodellArbeitsmodell

Erläuterung der Entwurfsverfasser

Projektbeschreibung
Mein Vorschlag besteht aus einer circa 5 Meter hohen, aus Gips modellierten, in Bronze gegossenen und bemalten Skulptur, die einen Mann in weißem Hemd und schwarzer Hose darstellt. Dieser kniet gelassen und in sich ruhend auf einer vierstufigen Betonplattform. Der Betonsockel besteht aus vier Quadraten, die ineinander gedreht sind und so eine Bewegung erzeugen. Die unterste Ebene hat die Maße von 18 mal 18 mal 0,3 Meter. Die Blickrichtung der Skulptur geht schräg am zukünftigen Stadtschloss vorbei in Richtung 'Unter den Linden'.

Begleitende Gedanken zu dem Vorschlag
Der Fall der Berliner Mauer und das Ende der SED-Diktatur muss als ein Glücksfall der deutschen Geschichte bezeichnet werden. Uns allen erschienen die Wiedervereinigung und das Ende des Kalten Krieges wie ein Wunder. Die Ereignisse erzeugten eine große Euphorie und weckten viele Hoffnungen bei den Menschen in Ost und West. Dass viele dieser, vielleicht allzu naiven und wenig realistischen Wünsche sich nicht erfüllt haben, ist im Abstand von 20 Jahren zum Fakt geworden. Aber der Psychologe sagt: Eine Ent-Täuschung ist zunächst nichts Negatives.
Es bedeutet lediglich, dass die Täuschung der Realität Platz gemacht hat. Freiheit heißt ja nicht, ein sorgenfreies Leben ohne Anstrengung führen zu können, sondern verlangt dem Einzelnen letztendlich mehr ab, als das Leben in einer Diktatur. Die Möglichkeit in einer offenen Situation eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen, verlangt oft nach mehr Kraft, als die Verantwortung für das eigene Handeln an einen Dritten abzugeben.
Das Zusammenleben in einer freiheitlich-demokratischen Gemeinschaft ist gegründet auf Respekt gegenüber dem Nächsten, auf Toleranz und Verantwortung. Es versetzt den Einzelnen in die Lage, sich zu entfalten und seine individuellen Möglichkeiten auszuschöpfen, schränkt seine Bewegungsmöglichkeiten, seine Berufswahl, seine politischen und religiösen Überzeugungen nicht ein, bedeutet Freiheit für Kunst und Kultur. Freiheit ist jedoch kein Status Quo, sondern muss immer neu verteidigt, behauptet, bezeugt werden. Nicht zuletzt dadurch, dass jeder sein kreatives Potential erweitert und zur Gemeinschaft etwas beiträgt, das sie weiterbringt. Freiheit ist Arbeit, sie zu verteidigen eine tägliche Anstrengung, aber sie ist unumstößlich die beste Form in einer Gesellschaft ein menschenwürdiges Dasein zu führen.
Warum habe ich einen knienden Mann als Motiv für das Denkmal des Mauerfalls und der Deutschen Einheit gewählt?

Die Geste eines Knieenden verkörpert für mich mehrere Aspekte:
- Erleichterung - über das Ende der Unterdrückung
- Dankbarkeit - gegenüber allen, die geholfen haben, den Prozess unblutig zu einem Ende zu bringen
- Gedenken - an die Opfer, die die Mauer und die Jahre der Diktatur gekostet haben
- Bewusstsein - für die Chancen aber auch die Anforderungen, die sich aus der Möglichkeit der Freiheit für jeden Einzelnen ergeben
- Zuversicht - diese Freiheit zu bewahren und zu verteidigen
Ich habe bewusst eine 'bescheidene' und keine demütige Geste gewählt. Die bescheidene Geste bedeutet für mich zugleich Glück über das Erreichte und Mut, die neuen Aufgaben zu bewältigen. Der Bescheidene verkörpert das in Freiheit selbstbestimmte Individuum. Manche mag die Darstellung eines 'Knienden Mannes' zunächst irritieren, haben sie zu diesem Thema vielleicht etwas 'Heroisches' erwartet. Ich sehe aber gerade in dieser Wirkung das Potential, einen Spannungsbogen anzulegen, der den Betrachter zu neuen und eigenen Sichtweisen führen kann.
Aus künstlerischer Sicht möchte ich die Arbeit nicht auf die metaphorisch-symbolische Ebene reduziert wissen, sondern baue auf die skulpturale Präsenz der Skulptur, die im Stadtraum ihre Offenheit und Autonomie als Kunstwerk behauptet.

Preisträger: Arbeit 1027

meck architekten, München
Prof. Andreas Meck
(weitere Mitwirkende siehe Teilnehmerverzeichnis)

PerspektivePerspektive

Beurteilung durch das Preisgericht

Auf der Basis des historischen Sockels der weitgehend erhalten und restauriert wird, erhebt sich ein transparentes Dach aus Buchstaben, welches auf Stützen steht, die die Bundesländer repräsentieren.

Daraus entwickelt sich eine hohe Symbolkraft, welche das Wort und die gemeinsame Sprache als Element der wieder gewonnenen Einheit und Freiheit ausdrucksstark ins Zentrum rückt. Der klare, transparente Körper des Daches fügt sich gut in den Stadtraum ein, ohne die Sicht auf die umliegenden Gebäude (Schloss) zu verstellen. Formal weniger überzeugend ist das Bild der aneinander gereihten Buchstaben, wobei auch fraglich bleibt, ob bei der Durchsicht unter Berücksichtigung der Tragkonstruktion einzelne Worte lesbar sind. Die Arbeit ragt lediglich im Luftraum über das Wettbewerbsgebiet hinaus. Der Eingriff in den denkmalgeschützten Gewölbebereich bleibt vertretbar.

Der historische Sockelbereich ist im Entwurf nicht barrierefrei erreichbar. Errichtung und Unterhaltung erscheinen unter wirtschaftlichem Gesichtspunkte unproblematisch.

SkizzeSkizze

UmgebungsmodellUmgebungsmodell

UmgebungsmodellUmgebungsmodell

ArbeitsmodellArbeitsmodell

Erläuterung der Entwurfsverfasser

Das Freiheits- und Einheitsdenkmal entsteht am Ort des ehemaligen Nationaldenkmals in Berlin, das an die Reichseinigung von 1871 erinnern sollte. Der noch vorhandene Sockel des Denkmals, der wo möglich restauriert, ansonsten unverändert bleibt und die Spuren der Vergangenheit zeigt, wird so zum "Boden der Geschichte" des neuen Freiheits- und Einheitsdenkmals.Das wiedervereinigte Deutschland, die Bundesrepublik, bildet dabei den "Rahmen" für die Überdachung eines Platzes auf dem Sockel - ein Platz und Versammlungsraum freier Bürger entsteht; die "agora" als Wiege der Demokratie steht Pate. Dabei trägt das Volk (polis). Vertreten durch die Landesregierungen stehen die Bundesländer für die Einheit als auch die Vielfalt in der Einheit und bilden die tragenden Stützen des Daches. Ost-West orientiert löst sich das Freiheits- und Einheitsdenkmal aus der Feudalachse des ehemaligen Schlosses. Ein Metallband im Boden erinnert an den ehemaligen Grenzverlauf. Leipzig als Ausgangspunkt der Wiedervereinigung wird zum Grundstein für das Freiheits- und Einheitsdenkmal; der Grundstein markiert gleichzeitig den Standort des ehemaligen Reiterstandbildes Wilhelm I. Eine Verortung und ein geschichtlicher Dialog entsteht. Die Einheit von oben wird zur Einheit von unten; eine friedliche Revolution der Bürger; ein Bürgerdenkmal; nicht vertikal, sondern horizontal angelegt als breiter Schirm.Ein typografisches Gewebe aus Worten bildet das Dach. Zwei Ebenen mit Aussagen von Bürgern zu Einheit bzw. Freiheit überlagern sich. Es ist die gemeinsame Sprache, die verbindet. Die Zwischenräume zwischen den Buchstaben öffnen sich zum Himmel und durch die Überlagerung von Einheit, Freiheit, Licht und Platz entsteht ein Ganzes, das mehr ist als die Summe der Teile: Wir sind ein Volk. Die tragende Grundordnung des Daches bildet ein Raumtragwerk aus Edelstahl. Die Stützen sind an den geeigneten Stellen in die Konstruktion der darunter liegenden Gewölbe eingespannt. Das typografische Gewebe ist ebenfalls aus Edelstahl zusammen gesetzt; korundgestrahlt besitzt es eine edle, matte, völlig wartungsfreie und eines Freiheits- und Einheitsdenkmals würdige Oberfläche.

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