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Prämierte Entwürfe

Entscheidung und Empfehlung des Preisgerichtes

Das Preisgericht tagte nach der zweiten Bearbeitungsphase am 27. Mai 2008 in
Berlin unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Nicolas Fritz und beschloss folgende Preisverteilung – Textauszüge aus dem Juryprotokoll:

1. Preis:
AV1 Architekten, Kaiserslautern
Entwurfsverfasser: Butz, Dujmovic, Schanné, Urig

Perspektive des Eingangs /Computersimulation AV 1 ArchitektenPerspektive des Eingangs /Computersimulation Quelle: AV 1 Architekten

ModellModell Quelle: AV1 Architekten, Kaiserslautern

LageplanLageplan Quelle: AV1 Architekten, Kaiserslautern

Der Entwurf überzeugt durch seine städtebauliche Platzierung, die minimale Bebauungsfläche und achtungsvollen Umgang mit den Freiflächen und ihren wertvollen Baumbestand verbindet. Wegeführung und Erschließung unterstützen diese Wirkung.
Der Entwurf nimmt bewusst de Dialog zum Magazingebäude der Staatsbibliothek auf. Dieser begründet sich vor allem darin, dass auf geschickte Weise offene und geschlossene Fassaden gebildet werden. So entsteht ein offener Charakter mit hoher Verweilqualität, der die Balance zwischen dem introvertierten Bewahren in einem Schatzhaus und der kulturell-wissenschaftlichen Tätigkeit der Museumsspezialisten für die Öffentlichkeit herzustellen vermag. Der endgültige Baukörper verspricht die gelungene Bewältigung eines großen Bauvolumens mit einer Ausdrucksvielfalt in der Schlichtheit der klassischen Moderne mit Eleganz und Leichtigkeit. Es entsteht eine einladende Empfangsgeste für Mitarbeiter und Besucher. Durch die wohldurchdachte Platzierung des Baukörpers gelingt es fast spielerisch, die Medientrasse freizuhalten.
Die durchdachte Anordnung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche stellt die Funktionsfähigkeit innerhalb der einzelnen Struktureinheiten wie deren kooperative Zusammenarbeit her. Gut belichtete Arbeitsräume und überlegt angelegte Lichthöfe erleichtern die Orientierung innerhalb der Gebäude wie zum Außenraum. Die Erschließung des 1. Bauabschnitts durch eine großzügige Magistrale vollendet sich in der Endstufe in einer Ringerschließung.
Materialwahl und Farbgebung erweisen sich als dem Gebäude in besonderer Maße angemessen. Darüber hinaus sind die reliefierten Betonfassaden wirtschaftlich.

2. Preis
HARRIS + KURRLE ARCHITEKTEN BDA, Stuttgart
Entwurfsverfasser: Volker Kurrle
Mitarbeiter: Vojtech Bast, Edna Stücklen

in AG mit
Köber Landschaftsarchitektur, Stuttgart – Jochen Köber
GTD GmbH, Berlin – Herr Tieg
GUD Planungsgesellschaft für Ingenieurbau, Berlin – Oskar-H. Pekoll

Perspektiven Ansicht NordPerspektiven Ansicht Nord Quelle: HARRIS + KURRLE ARCHITEKTEN BDA, Stuttgart

Perspektiven Ansicht NordPerspektiven Ansicht Nord Quelle: HARRIS + KURRLE ARCHITEKTEN BDA, Stuttgart

ModellModell Quelle: HARRIS + KURRLE ARCHITEKTEN BDA, Stuttgart

LageplanLageplan Quelle: HARRIS + KURRLE ARCHITEKTEN BDA, Stuttgart

Die Leitidee „Reduktion auf das Minimum unter sparsamen Umgang mit den Ressourcen“ wird konsequent umgesetzt. Die Ästhetik der vollständig verglasten, jedoch entsprechend den inneren Funktionen großenteils zwar undurchsichtigen, jedoch stets spiegelnden Glasflächen bildet einen Kontrapunkt zum steinernen Magazingebäude der Staatsbibliothek.

Der monolithische Baukörper des 1. Bauabschnitts wie der des Endbauzustandes steht auf einer Sockelplatte als „Lichtung im Wald“ im südöstlichen Grundstücksbereich. Das ermöglicht einen weitgehenden Erhalt des Baumbestandes im Osten und Südwesten des Grundstücks. Das Gesamtgrundstück wird somit mit nur zwei im Endausbauzustand ähnlich großen und proportionierten Gebäuden belegt, die jedoch in der Fassade gegensätzlicher nicht sein könnten.

Die kompakte Bauweise wird durch eine klare innere Grundrisszonierung erreicht: Im Norden und Osten liegen Funktionsräume mit natürlicher Belichtung und – sofern nicht klimatisiert – mit natürlicher Lüftung. Im Süden liegen die Depots hinter einer nicht transparenten schwarzen Glasfassade. Von Osten nach Westen gliedert sich das Gebäude im Wechsel der verschiedenen Struktureinheiten, welche im Erdgeschoss durch großzügige Durchfahrtsschleusen getrennt werden. Im Endausbauzustand werden die Depots von ringförmigen Fluren umschlossen, die neben einem „Klimapuffer“ für die Depots relativ kurze interne Wege ermöglichen. Die Überbauung der Medientrasse ist unproblematisch, da ein reversibler Zugang möglich ist.

Konstruktiv ist das Gebäude ein konventionelles Stahlbetonskelett mit Glasfassaden als vorgehängter Pfosten-Riegel-Konstruktion, wobei Glasflächen nach Bedarf bedruckt, emailliert oder durchsichtig sind.

3. Preis

ARGE U. Beinhoff + Partner/ HEP, Hötzum; Hamburg; Buxte­hude
Entwurfsverfasser: U. Beinhoff . E. Höchel . Dipl-Ing. Archi­tekten
Mitarbeiterin: Daniela Schröder

in AG mit
Winter – Beratende Ingenieure für Energie und Gebäudetech­nik GmbH, Hamburg –Volker Winter
Ingenieurbüro Kruse GmbH – Tragwerksplanung – Hoch- Tief-Industrie- und Ingenieurbau, Buxtehude –Hans Kruse
Ingenieurbüro für vorbeugenden Brandschutz – lfB, Bremen –Stefan Schütte

Perspektiven Ansicht SüdPerspektiven Ansicht Süd Quelle: ARGE U. Beinhoff + Partner/ HEP, Hötzum; Hamburg; Buxtehude

ModellModell Quelle: ARGE U. Beinhoff + Partner/ HEP, Hötzum; Hamburg; Buxtehude

LageplanLageplan Quelle: ARGE U. Beinhoff + Partner/ HEP, Hötzum; Hamburg; Buxtehude

Das Einfügen des Neubaus in das Gesamtareal wird städtebaulich positiv bewertet. Die Gebäude für die Staatsbibliothek und die Staatlichen Museen treten trotz unterschiedlicher Ausformung und Formensprache in einen Dialog. Mit der architektonischen Nord-Süd-Ausrichtung eines strukturierten Riegels vermeidet der Verfasser eine schroffe Abschottung zur östlichen Wohnbebauung.
Der Verfasser erfüllt das Raumprogramm. Die unterschiedlichen Funktionen sind grundsätzlich zweckmäßig und klar angeordnet. Das gegliederte Bauwerk ermöglicht unterschiedliche Geschoßzahlen, die funktionsgerechte Raumausnutzungen schaffen. Das Atrium im Verwaltungsteil mit Blick auf die dahinter liegenden Schaudepots ist besonders gelungen.
Die Materialität der Fassaden sollte so hell wie möglich sein. Das Material Beton ist grundsätzlich mit dem Nutzer zu diskutieren und eventuell anzupassen.

4. Preis

BUSMANN + HABERER Gesellschaft von Architekten mbH Berlin
Entwurfsverfasser: Bruno Vennes
Mitarbeiter: Bernd Jaeger, Ronny Huse, Alexander Metzner

Fachplaner
Technische Prüfgesellschaft Lehmann mbH, Berlin -H. Müller, K. Kieke (Brandschutz)
Arup GmbH Deutschland, Berlin –Rudolf Scheuermann (Fas­sadenberatung)
relais Landschaftsarchitekten, Berlin – Gero Heck, Marianne Mommsen

PerspektivePerspektive Quelle: BUSMANN + HABERER Gesellschaft von Architekten mbH Berlin

ModellModell Quelle: BUSMANN + HABERER Gesellschaft von Architekten mbH Berlin

LageplanLageplan Quelle: BUSMANN + HABERER Gesellschaft von Architekten mbH Berlin

Der Entwurf bietet eine klare städtebauliche Struktur: dem großen quadratischen Kubus des Magazins der Staatsbibliothek wird auf der Ostseite eine lineare Gesamtanlage gegenübergestellt. So entstehen zwischen beiden Baukörpern ein gut proportionierter grüner Freiraum sowie ein großes quadratisches Waldstück. Die Medientrasse bleibt frei von Bebauung und der schützenswerte Baumbestand erhalten.
Der langgestreckte Baukörper des Museumsmagazins wird in ca. 20 Einzelkörper aneinanderreihend gegliedert. Öffnungen reagieren auf Entsprechungen der örtlich gegenüberliegenden Wohnbebauung und der westlichen Staatsbibliothek.
Grundsätzlich bietet die Struktur der zum Hofe gruppierten Bausteine die Möglichkeit, sinnvoller Funktionsbereiche aus Büros, Werkstätten und Depots. Der Hauptzugang für Personal und Besucher im Norden liegt richtig. Die Arbeitsräume sind gut belichtet. Die Vorteile der linearen Struktur werden durch lange Wege erkauft.
Durch Absenkung der Depots gelingt dem Verfasser eine einheitliche Höhengestaltung, ohne die Funktionen zu beeinträchtigen. Schon der erste Bauabschnitt bildet zusammen mit dem Magazingebäude der Staatsbibliothek eine gelungene städtebauliche Einheit. Durch die großzügigen gläsernen Fassaden im Eingangsbereich entsteht von Anfang an eine Adresse.
Die unbestreitbar große Länge des Baus gliedert der Verfasser in gekonnter, dem Charakter und der Funktion des Baus angemessener Handschrift durch Bauteile, durch Vor- und Rücksprünge, durch unterschiedlich gefärbtem Beton und als Akzente gesetzte Fassadenöffnungen. Der städtebaulichen Gegenüberstellung vom Magazingebäude der Staatsbibliothek und Museumsdepots entspricht die horizontal und vertikal kontrastierende Strukturierung der Fassade.

1. Ankauf

Lamott Architekten BDA, Stuttgart
Entwurfsverfasser: Prof. Ansgar Lamott
Mitarbeiter: Dirk Wischnewski
Freie Mitarbeiter: Arno Klinkenberg

in AG mit
realgrün Landschaftsarchitekten, München – Wolf D. Auch
Fachplaner
Schreiber Ingenieure, Stuttgart – Volker Schreiber (Trag­werksplanung + TGA)
Schreiber Ingenieure, Ulm – Volker Schreiber
(HLS / Technischer Ausbau)
W+P Gesellschaft für Projektabwicklung mbH
Wolff Group Consultings / Betriebsplanung / Logistik / Brand­schutz / Sicherheit / Innere betriebliche Abläufe, Stuttgart – Dr. Julius Blum

Ansicht WestAnsicht West Quelle: Lamott Architekten BDA, Stuttgart

ModellModell Quelle: Lamott Architekten BDA, Stuttgart

LageplanLageplan Quelle: Lamott Architekten BDA, Stuttgart

Der herausragende Pluspunkt des Konzepts ist die Bildung einer regelrechten „Handwerkergasse“. Die ambitionierte Eingangssituation der Nord-Süd-Achse auf der Linie der Medientrasse ist als gelungen zu bezeichnen und besonders hervorzuheben. Positiv zu werten ist auch die gut ablesbare Kommunikation nach innen und nach außen durch Sichtbarkeit und klare Definition der einzelnen Funktionsbereiche. Die Glasboxen ergänzen sich untereinander in ihrer transparenten Wirkung. Der Gesamtkomplex bildet mit dem Magazingebäude der Staatsbibliothek eine schöne städtebauliche Konfiguration, auch durch den gemeinsamen Grünbereich. Die Bebauung schont den vorhandenen Baumbestand.
Die Grundstruktur des Baukörpers zeichnet sich durch klare Materialisierung der Funktionen und daraus folgender Lesbarkeit der einzelnen Nutzungsbereiche aus. Die Schichtung des Nord-Süd-gestreckten Depots bzw. Archivbereichs, der Nebenräume und der Erschließungsstraße wird nach außen durch individuelle Glasvolumina mit unterschiedlicher Nutzung durchdrungen (Büros, Restaurierungswerkstätten etc.).
Die innere Organisation und die Betriebsabläufe zeichnen sich durch klare Gliederung aus und erfüllen die Ansprüche der Nutzer (vor allem die Erschließungsstraße in Nord-Süd-Richtung). Die Erweiterungsmöglichkeiten des ersten Bauabschnitts aus der Mitte des Baukörpers heraus sind überzeugend. Die Figur des ersten Bauabschnitts steht in einem durchaus vertretbaren Verhältnis zur Massigkeit des Staatsbibliothek-Gebäudes.
Die Entscheidung, zum Innenraum hin mit plastisch wirkenden Kuben zu spielen und Kontrast aufzubauen, ist nachvollziehbar und konsequent. Die sehr geordnete Grundriss-Strukturierung lässt eine ökonomische und sinnvolle konstruktive bautechnische Umsetzung erkennen. Allerdings muss das Maß der auskragenden Boxen konstruktiv überdacht werden. Der technische Ausbau und auch vorstellbare Energiekonzepte sind in die konzeptionellen Vorgaben leicht zu integrieren und zu optimieren. Hierzu ist auch die Entscheidung, auf eine Unterkellerung zu verzichten und die Baumasse auf drei Geschosse zu verteilen, ökonomisch positiv zu bewerten. Die Entscheidung für eine extensive Dachbegrünung wird begrüßt.

2. Ankauf

Schaltraum, Hamburg
Entwurfsverfasser: Evelyn Pasdzierny
Mitarbeiter: Timo Heise, Christian Dirumdam, Simon Ranzenberger, Eduard Kaiser

in AG mit
TWP Torlinsk, Wendt + Partner Haustechnik, Hamburg –Christian Pechtl

PerspektivePerspektive Quelle: Schaltraum, Hamburg

ModellModell Quelle: Schaltraum, Hamburg

LageplanLageplan Quelle: Schaltraum, Hamburg

Der Entwurf schafft durch die axiale Anlage des Depotgebäudes einen markanten Baukörper als Kontrapunkt zu der quadratischen Form des Bibliothekgebäudes. Er besitzt eine klare modulare Struktur. Positiv zu werten ist, dass die Medientrasse nicht tangiert wird und das angrenzende Waldgelände erhalten bleibt.
Positiv wird auch der Ausdruck des Gebäudes mit seinen lagernden Funktionen in der Übersetzung in die Fassade gesehen. Die Einschnitte auf der Ostseite gliedern das Gebäude gegenüber der vorhandenen Wohnbebauung.
Unter dem Gesichtspunkt der Nutzerfunktionalität bestehen keine Einwände. Das Gebäude ist klar gegliedert. Die Zuordnung zu den Bereichen Depot, Werkstätten und Büros stimmen und wirken sich insgesamt günstig auf die Baukostensituation aus. Die Treppenhäuser mit ihren angelagerten viergeschossigen Lufträumen und den partiell verbreiterten Fluren ergeben eine gute Rhythmisierung der langen Erschließungsachsen.

3. Ankauf

Storch Ehlers Partner GbR Architekten BDA, Hannover
Entwurfsverfasser: H. Storch, W. Ehlers, R.W. Klaus, M. Bockelmann
Mitarbeiter: L. Bode, D. Helmis, F. Tellbüscher

in AG mit
Ebert-Ingenieure Hamburg GmbH, Hamburg –Dr. Torsten Warner ( Gebäudetechnik)
lad+Landschaftsarchitektur Diekmann, Hannover – Martin Diekmann
GRBV Ingenieure im Bauwesen GmbH & Co.KG, Hannover –Hans Böckler
HHP Nord/Ost Beratende Ingenieure, Braunschweig –Dr. Michael Kiel
ITA Ingenieurgesellschaft mbH, Wiesbaden –Elmar Sälzer

PerspektivePerspektive Quelle: Storch Ehlers Partner GbR Architekten BDA, Hannover

LageplanLageplan Quelle: Storch Ehlers Partner GbR Architekten BDA, Hannover

ModellModell Quelle: Storch Ehlers Partner GbR Architekten BDA, Hannover

Der Verfasser entwickelt einen massigen winkelförmigen Baukörper, der das Magazingebäude der Staatsbibliothek im Osten und Süden umschließt. Der 1. Bauabschnitt wird im Osten angeordnet, die Außenkante des Magazingebäudes aufnehmend.Die Qualitäten des Entwurfes liegen im starken architektonischen Konzept: Eine aus einem Block herausgeschnittene Skulptur mit einheitlichem Material – Ziegel – für Fassade und Dächer – entsteht auf einem durchgehenden Sockelgeschoss, dessen Oberkante ca. 2 m über dem Niveau liegt.

4. Ankauf

MGF Architekten GmbH, Stuttgart
Entwurfsverfasser: Armin Günster, Josef Hämmerl
Mitarbeiter: Alex Streit, Jochen Schmelz (Fachberater)

PerspektivePerspektive Quelle: MGF Architekten GmbH, Stuttgart

LageplanLageplan Quelle: MGF Architekten GmbH, Stuttgart

ModellModell Quelle: MGF Architekten GmbH, Stuttgart

Das 5-geschossige, linear in Nord-Süd Richtung organisierte Gebäude bildet einen positiven Gegensatz zum Magazingebäude der SBB. Im südlichen Grundstücksbereich wird der Wald erhalten, es bleibt auch Platz für zukünftige Erweiterungen, das Haus 20 kann so erhalten werden. Die Erschließung für LKW, Mitarbeiter und Besucher liegen zusammengefasst im Norden des 1. Bauabschnitts, was zu Überschneidungen führt. Die weiteren Zugänge sind den einzelnen Bauabschnitten zugeordnet. Das 5-geschossige Gebäude ist teilweise im Grundwasser gegründet. Die Magistrale wird durch Lichthöfe gegliedert und nicht überdimensioniert.

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