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Der Pei-Bau

Neubau des Wechselausstellungsgebäudes

Außenansicht des Wechselausstellungsgebäudes vom DHMAußenansicht des Erweiterungsbaus von I.M. Pei Quelle: © BBR, Werner Huthmacher

ArchitektI. M. Pei
Gesamtbaukosten60 Mio. Euro
Baubeginn / FertigstellungApril 1998- März 2003
Gebäudedaten

BGF: 10.949

BRI: 56.026

HNF: 5.467

weitere Projektbeteiligte
  • Projektsteuerung: Reichel Ingenieurgesellschaft für Projektmanagement mbH (RPM)
  • Kontaktarchitekt: Eller und Eller GmbH, Düsseldorf
  • Tragwerksplanung: Kunkel+Partner

    KG, Düsseldorf / Schlaich, Bergermann & Partner, Stuttgart /  L.E.R.A, New York

  • Prüfstatik: Herbert Fink, Berlin
  • Technische Gebäudeausrüstung: van Zyl & de Villiers, London/Berlin
  • Sicherheitstechnik: KMS, Berlin
  • Bau- und Raumakustik: Akustik-Ingenieurbüro Moll, Berlin
  • Lichtplanung: Lichtdesign Ingenieurgesellschaft mbH, Köln
  • Brandschutzberatung: Wodrich, Berlin

20.000 Besucher bei den Tagen der Offenen Tür im Pei-Bau:

Am 1. und 2. März 2003 wurde der Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums des Stararchitekten I. M. Pei von der Bevölkerung an den Tagen der Offenen Tür "gestürmt und für schön befunden" wie eine Tageszeitung titelte. Am Tag zuvor hatte Präsident Mausbach vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung die Schlüssel des skulpturalen Gebäudes mit seinen perfekt verarbeiteten eleganten Materialien - französischer Kalkstein, nordamerikanischer Granit, Stahl, edle Hölzer, Architekturbeton und gebogenen Großgläsern - dem Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums, Prof. Dr. Hans Ottomeyer, übergeben. Der einzige Bau des chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei in Deutschland fasziniert die Bevölkerung. Dass das Wechselausstellungsgebäude bei Einhaltung höchster Qualitätsanforderungen und unter schwierigsten technischen Bedingungen auch noch im gesteckten Kostenrahmen von 54 Mio. Euro blieb und auch bei den Terminen eine Punktlandung erzielt wurde, das erfüllt den staatlichen Bauherren BBR mit Stolz und großer Freude.

UntergeschossUntergeschoss Quelle: © BBR, Werner Huthmacher

FoyerFoyer Quelle: © BBR, Werner Huthmacher

ObergeschossObergeschoss Quelle: © BBR, Werner Huthmacher

Hier die Worte von Präsident Mausbach anlässlich der feierlichen Schlüsselübergabezeremonie am 28.2.2003:

"Herr Staatssekretär Braune,
Herr Doktor Nevermann,
Herr Professor Ottomeyer,
verehrte Frau Flasche,
liebe Gäste, Leute vom Bau!

Zum letzten Mal darf ich Sie heute als Herr dieser Baustelle begrüßen - hier im Wechselausstellungsgebäude des Deutschen Historischen Museums. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen. Gleich wird Generaldirektor Ottomeyer den Schlüssel zu seinem Haus erhalten.

Ieoh Ming Pei hat uns mit diesem Bau vor eine wunderbare, aber auch ungewöhnlich schwierige Aufgabe gestellt. Seine persönliche Handschrift und die architektonische Gestalt im Großem wie in jedem Detail, die Konstruktionen und die ausgesuchten Werkstoffe stellten nicht nur höchste ästhetische Ansprüche. Auch die technischen Anforderungen waren so, dass alle Mitwirkenden - Bauherr, Architekten, Ingenieure, Bauunternehmer und Handwerker - an ihre Grenzen gehen mussten.

Um den bekannt schwierigen Baugrund in Berlins Mitte durch eine weiße Wanne zu sichern, mussten wir zunächst Braunkohle zu Tage fördern. Für die Verbindung zum historischen Zeughaus musste die Straße hinter dem Zeughaus unterfahren werden. Dafür wurde das denkmalgeschützte Barockgebäude an dieser Stelle vorübergehend an einer Stahlkonstruktion aufgehängt. Für die Großskulptur des Pei-Baus wurde ein Architekturbeton entwickelt mit eigener Rezeptur unter Beimischung gelber Sande. Die Schalung aus Oregon-Pinie wurde wie ein Schiffsboden verlegt. Dafür mussten wir Zimmerleute aus Irland holen. Der Naturstein - es ist Kalkstein aus Burgund für die Wände und Granit aus New Hampshire für die Böden -, er durfte nicht geklebt, sondern musste in komplizierten Geometrien massiv verarbeitet werden. Für die Stahlkonstruktionen konnten keine Serienprodukte verwendet werden. Einzelteile der Wendeltreppe wurden in einer holländischen Werft zurechtgebogen. Nur in Finnland konnten die großen Gläser der Wendeltreppe ihre gebogene Form erhalten. Im unscheinbaren Glas verbirgt sich neueste Technologie: Sonnenschutz, Wärmeschutz, Transparenz, Farbechtheit und auf den Dächern Begehbarkeit.
Schließlich aber ist nicht nur der Bau gelungen, sondern auch die Einhaltung von Kosten und Terminen. Das ist eine Leistung, für die alle, die mitgewirkt haben, Lob und Dank verdienen und einen Applaus!

Am 23. Mai soll der Pei-Bau eingeweiht werden. Wir wollen dann auch den Haupteingang des Zeughauses wiedereröffnen. Von den Linden gelangt der Besucher dann durch das Foyer des Zeughauses und den glasüberdachten Schlüterhof hinunter in das lichte Untergeschoss dieses Hauses. Er wird dann im Kontrast zur strengen Symmetrie des Barocks die freie Skulptur des Pei-Baus erleben, wird in geschickt gestalteter Bewegung über gerade und gewendelte Treppen und Rolltreppen geführt und verführt hin zu Rückblicken in die deutsche und europäische Geschichte und zu wechselnden Ausblicken auf das historische Berlin.

Wie Fosters Glaskuppel auf dem Reichstag wird die Peische Glasspindel Menschen in Bewegung zeigen und neugierige Besucher von den Linden herüberlocken zu den Ausstellungen dieses Hauses und weiter hinüber zu Museumsinsel und Hackeschen Höfen. Und ich wage zu prophezeien, dass die Peische Spindel wie Forsters Kuppel zu einem neuen Berliner Wahrzeichen werden wird.
Vielen Dank!"

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