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Goethe-Institut Thessaloniki

Brandschutz- und Erdbebensanierung

Eingang Schulungsgebäude A Eingang GI ThessalonikiEingang Schulungsgebäude A Quelle: BBR

NutzungGoethe-Institut
AdresseVas. Olgas 66 P.O.B. 508 23
GR-540 14 Thessaloniki, Griechenland

Architekt und Generalplaner

Planee Dr. Thomas Greve und Cubus
Dr. Antonis Kanellopoulos, Athen
ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat III A 1
Gesamtkosten*4 Millionen Euro
Baubeginn /
Fertigstellung
2015 / 2015
Bruttogrundfläche3.626,56 m²
Nutzfläche1.991,69 m²

*Stand der haushaltsrechtlich anerkannten Kosten einschließlich der Honorare. Aufschläge für allgemeine Risiken und zwischenzeitliche Preisindexsteigerungen sind nicht enthalten

Das Goethe-Institut Thessaloniki ist seit 2001 in drei Gebäuden einer großzügigen Liegenschaft südlich des Stadtzentrums untergebracht. Ursprünglich befand sich hier die Deutsche Schule. Das Ensemble mit dem etwa 1930 entstandenen Hauptgebäude, einem denkmalgeschützten Haus und einem mehrfach erweiterten Bau ist um den Hof und den Garten gruppiert.

Auslöser der Sanierung waren die überfällige Erdbebenertüchtigung aller Gebäude und die notwendigen Maßnahmen zum Brandschutz, insbesondere im Hauptgebäude. Die Tragwerke aus Kalksandstein und Backstein waren stark erodiert und hatten unter wiederholten Erdbeben gelitten. Die Arbeitsgemeinschaft des Architekten Dr. Thomas Greve und des Tragwerksplaners Dr. Antonis Kanellopoulos, übernahm Planung und Umsetzung des Vorhabens. Ohne Nutzungsunterbrechung wurde die sukzessive Sanierung der drei Gebäude bei laufendem Betrieb in 6 Monaten bei Einhaltung des Kostenrahmens realisiert. Dieses gelang durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Projektleitung, Planungsteam, Nutzer und Generalunternehmer.

Zunächst wurde das denkmalgeschützte Gebäude mit Cafe und Gästezimmer zur Erdbebenertüchtigung weitreichend entkernt und unter Wiedernutzung der Bestandsbauteile, von den Innentüren bis zur Holztreppe, wieder aufgebaut. Aufgrund von Vorgaben des Denkmalschutzes wurden einzelne Elemente wie das Dach und Fenster in den vermeintlichen Ursprungszustand versetzt. Dafür wurde im Erdgeschoss die Ausweisung eines großen Seminarraums zugelassen. Die Erdbebenertüchtigung der Fassade erfolgte durch einen innenliegenden Spritzbetonmantel während die Decken als Stahlbetonverbundkonstruktionen ausgeführt wurden.

Um die inneren Eingriffe zu minimieren wurde das Verwaltungs- und Bibliotheksgebäude durch einen äußeren Spritzbetonmantel erdbebenertüchtigt. Seine statisch getrennten Gebäudeteile wurden durch vorgespannte Zugstangen verbunden. Das alte Teil wurde im Obergeschoss mit einer neuen Stahlbetonverbunddecke ausgesteift, die auf vier zusätzlichen innenliegenden Stahlstützen aufliegt. Die Rekonstruktion der Fassade wurde zusätzlich zur energetischen Ertüchtigung genutzt.

Im Hauptgebäude konzentrierte sich die Erdbebenertüchtigung ebenfalls auf den äußeren Spritzbetonmantel, hier als Verbundkonstruktion mit eingebetteten Stahlfachwerken. In Hinsicht auf die Standfestigkeit im Brandfall wird das Tragwerk im Inneren durch eine neue Stahlstruktur mit 8 Stützen und Balken ergänzt. Weitreichende Maßnahmen dienen dem Brandschutz mit Schwerpunkt auf der Ertüchtigung der vorhandenen Rettungswege und der Erstellung neuer durch zusätzliche Außentreppen und Ausgänge. Auch in diesem Gebäude wurde die Fassadenerneuerung nicht nur zur energetischen Ertüchtigung genutzt sondern auch zur Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbilds. Die Grünfassade im Westen mit der Dachterrasse ist eine Referenz an die neue Küstenpromenade von Thessaloniki.

Im Erdgeschoss konnte eine einladender Empfangs- und Beratungsbereich geschaffen werden, dessen leuchtende Decke den Besucher in den Vielzweckbereich und den Veranstaltungssaal weiterführt. Mit begrenzten Mitteln entstanden durch einzelne Architekturelemente wie Beleuchtung, Ausstellungssystem und Farbgebung neue Raumerlebnisse.

In allen Gebäuden wurden die technischen  Anlagen ergänzt oder erneuert. Das Hauptgebäude, die Bibliothek und das denkmalgeschützte Gebäude erhielten neue Klimaanlagen. Alle Unterrichtsräume wurden mit Kabelkanälen für EDV- und Elektroanschlüsse ausgestattet. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes wurde die technische Ausrüstung des neuen Foyers, des Ausstellungs- und Mehrzweckbereichs und des Veranstaltungssaals ertüchtigt.

Im November 2015 konnte das Goethe-Institut Thessaloniki die 60-Jahrfeier in seinen sanierten Räumlichkeiten begehen, die nun baulich, technisch und gestalterisch für seine wachsende Rolle als international vernetzter Kulturpol der Stadt gerüstet sind.

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