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Kunst-am-Bau-Wettbewerb Deutsche Schule Madrid

Aufgabe und Art des Wettbewerbs
Die Deutsche Schule Madrid (DSM) mit über 1.500 Schülern ist eine der größten Deutschen Auslandsschulen. Sie soll sowohl für deutsche Schüler in Madrid ein Stück Heimat als auch für spanische Schüler in Madrid die Grundlage für ein positives Verhältnis zur deutschen Kultur und Sprache bilden. Die DSM ist ein unverzichtbarer Pfeiler der bilateralen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen. 
Im Jahre 2009 führte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung für den Neubau der Schulgebäude und eines Kindergartens auf einem unbebauten Grundstück am nördlichen Stadtrand von Madrid einen Generalplanerwettbewerb durch. Als Ergebnis des Wettbewerbes wurde das Büro Grüntuch Ernst Planungsgesellschaft GmbH, Berlin mit den Planungsleistungen beauftragt.

Der Kunst-am-Bau-Wettbewerb
Der Wettbewerb wurde als nichtoffener Kunst-am-Bau-Wettbewerb mit vorgeschaltetem Bewerberverfahren ausgelobt. Das Verfahren war anonym. 12 Künstlerinnen und Künstler wurden durch ein Auswahlgremium am 2. Dezember 2011 zur Teilnahme am Wettbewerb ausgewählt.

Die Kunststandorte
Für den Neubau der Deutschen Schule in Madrid sollte mittels Lichtinstallationen ein künstlerisches Konzept entwickelt werden. Neben dem Hauptstandort, Foyer Aula, sollte mindestens ein weiterer Standort in dieses Konzept einbezogen werden. Hierzu standen das Foyer der Oberschule und/oder die Aula selbst und/oder die Mensa zur Verfügung. Die geplante Grundbeleuchtung sollte unabhängig vom künstlerischen Konzept herstellbar sein. 

1. Preis:
Carsten Nicolai, Berlin
Mitarbeiter: David Letallier, Daniel Hemm

1. Preis - tired light vorhangQuelle: Carsten Nicolai

tired light vorhang
Illuminierte Vorhangsysteme werden als bewegliche Elemente in den sich gegenüberliegenden Räumen Foyer Aula und Mensa eingefügt.
Die Vorhänge bestehen aus sogenanntem Organza-Seidenstoff, einem hochwertigen transparenten Textil in einem Gelb-Orange-Farbton. Sie werden elektrisch zum Öffnen und Schließen an einem doppelt sich überlappenden, u-förmigen Schienensystem geführt. Das Innere der Vorhangsysteme wird jeweils durch einen Lichtkasten und eine Reihe von nach unten gerichteten Licht-Spots beleuchtet.
Die Vorhänge übernehmen neben dem künstlerischen Aspekt funktionale Anforderungen wie flexible räumliche Trennung und Schalldämmung.
Die auf den Seidenstoff aufgedruckten Linienmuster erzeugen Moiré-Effekte – Interferenzmuster, die bei Überlagerung verschiedene Punkt- und Linienraster entstehen lassen und unterschiedliche Wirkungen in der der Nah- und Fernsicht entfalten. 

Beurteilung des Preisgerichts
Die Jury überzeugte die räumliche Fassung des baulichen Ensembles durch die zwei minimalistischen Eingriffe.
An zwei Stellen des Gebäudekomplexes werden halbtransparente Vorhänge angebracht. Die warmtonige, gelbe Transluzens des Vorhangs harmonisiert den Raum und wertet das räumliche Gefüge festlich auf.
Hinweise für die Umsetzung:
- Bei der weiteren Bearbeitung ist sicherzustellen, dass die Vorhänge in der Mensa gesondert geschützt werden.
- Besonderes Augenmerk sollte auf eine einfache mechanische Handhabung gelegt werden, um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten.

Entscheidung und Empfehlung des Preisgerichts
Das Preisgericht tagte am 23. März 2012 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Berlin unter dem Vorsitz von Herrn Christ und empfahl einstimmig, den ersten Preisträger mit der Realisierung zu beauftragen unter Berücksichtigung der Anmerkungen in der schriftlichen Beurteilung und mit dem Hinweis, dass für die Umsetzung des Entwurfes eine Überprüfung des Materials hinsichtlich der Qualität, des Brandschutzes und der Bedruckung (Siebdruck) erfolgen soll. 

2. Preis:
Stefan Sous, Düsseldorf
Sonderfachleute: Dirk Temme,
Temme Obermaier GmbH Experts for Membrane Buildings

2. Preis - PajaritaQuelle: Stefan Sous

Pajarita
Dem Bauwerk werden gefaltete leichte Strukturen entgegengesetzt, die gleichzeitig die Formensprache der Architektur aufnehmen sollen. Objekte wie Papierfaltkunst sollen aus sich heraus strahlen.
Folgende Standorte erhalten auf die Raumcharakteristik abgestimmte Licht-Faltwerke: Foyer der Aula und Luftraum des Foyers der Oberschule. Je nach Blickwinkel verändern die Objekte ihren Charakter, spiegeln sich in der Glasfassade oder dem Glasgeländer wieder und wecken gleichzeitig Assoziationen an Ur- oder Fabelwesen.
Die Lichtobjekte werden aus transluzentem Ethylen−Tetrafluorethylen (ETFE) hergestellt. Eine leichte Aluminiumkonstruktion steift das Objekt aus und dient zur Befestigung und zur Aufnahme des Lichtsystems (LED-Einheiten).
Für den Standort Aula soll ein Workshop mit Schülern durchgeführt werden. Die Papiergebilde sollen vor Ort im Jahre 2015 unter künstlerischer und technischer Anleitung gebaut werden. 

Beurteilung des Preisgerichts
An zwei zentralen Orten des Gebäudekomplexes, im Eingangsbereich zur Aula sowie im Luftraum des Foyers der Oberschule, schweben zwei dreidimensionale Lichtobjekte von je 4 x 5 Metern Größe.
Sie nehmen die ornamentale, "gefaltete" Struktur der Architektur auf und überführen sie durch ihre arbiträre Anlage in Objekte, die eine hohe visuelle Nachhaltigkeit auszeichnet.
In ihrer Ambivalenz zwischen abstrakter Form und figurativer Assoziation an Flugwesen oder einer gefalteten Figur des Origami, eröffnen die Objekte ein breites Assoziationsfeld, das allen Nutzern der Schule von Kindern zu Jugendlichen bis hin zu Erwachsenen Anknüpfungspunkte bietet. 

Weitere Teinehmer

Barbara Trautmann, Berlin
Berater: Firma Neon Botnar

Monika Goetz, Berlin
Sonderfachleute: Lichtblau, Christian Schneider-Moll, Diplomingenieur
Mayer´sche Hofkunstanstalt GmbH, München

LUZINTERUPTUS, Madrid
Mitarbeiter: Gustavo Sanabria de la Flor, Remedios Vincent Fraile
Sonderfachleute: Artista Iluminador
Berater: Rara Avis Comunicación, S.L.

Dellbrügge & de Moll, Berlin
Mitarbeiter: Christiane Dellbrügge, Ralf de Moll
Sonderfachleute: Roderich Scheller, Diplom-Ingenieur

Claudia Wissmann, Hannover
Sonderfachleute: Christian Fahlke, Lichtplaner, Konstrukteur
Curt-Wilhelm Flakowski, Architekt

Anne Boissel, Berlin

Christoph Hildebrand, Essen
Sonderfachleute: Fa. ARTTEC Kunststoffbearbeitung Herr Westerhoff, Essen
Fa. TECNOLUX Lichttechnik Herr Vallejo-Merchan, Wuppertal

Regine Schumann, Köln

Josefine Günschel, Berlin
Sonderfachleute: Mayer´sche Hofkunstanstalt GmbH, München

Olga Lilly Schulz, Ludwigsburg
Sonderfachleute: Florian Schulz, Licht und Objektgestalter
Berater: Professor Heiner Blum, Florian Schulz

Stellvertretende Sachpreisrichter
Dr. Peter Kammann , Schulleiter der Deutschen Schule Madrid
Till Bermbach, Referatsleiter III A 1, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

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