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Deutsche Schule Genf

Chemin-Champ-Claude 6, 1214 Vernier, Schweiz

AußenansichtAußenansicht

BAUHERRVerein für deutschen Schulunterricht, Genf
Vorsitzender: Klaus-Dieter Klein
ZUWENDUNGSGEBERAuswärtiges Amt
BAUFACHLICHE BETREUUNGBundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat A2 Projektentwicklung, Wettbewerbe, Zuwendungsmaßnahmen
ARCHITEKTENSoliman Zurkirchen Architekten, Zürich (1. Preis)
ARCHITEKTENWETTBEWERB2003
PROJEKTSTEUERERTechdata AG, Bern
TRAGWERKDr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich
GEBÄUDETECHNIKAmstein + Walthert AG, Zürich
LANDSCHAFTSARCHITEKTHüsler, Lausanne
BAUPHYSIKBakus Bauphysik & Akustik GmbH
GENERALUNTERNEHMERK. Steiner AG
BRUTTOGRUNDFLÄCHE6.115
HAUPTNUTZFLÄCHE3.170
GESAMTKOSTEN14,7 Mio Euro
ZUWENDUNG DURCH DEN BUND11,4 Mio Euro
BAUBEGINN03/2006
FERTIGSTELLUNG08/2007

Die Deutsche Schule Genf (DSG) ist Teil des Netzwerks der von der Bundesrepublik geförderten, deutschen Auslandsschulen und führt über Kindergarten, Vor- und Grundschule sowie dem Gymnasium zur anerkannten deutschen Reifeprüfung. Neben den schulischen Aufgaben für die Region Genf, bildet die DSG das einzige deutsche Kulturzentrum in der Westschweiz und der benachbarten französischen Region. Es finden regelmäßig Theateraufführungen, Literaturabende oder andere kulturelle Veranstaltungen, auch in Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat, statt. Mit der steigenden Zahl der Schüler, die bisher auf mehrere Gebäude verteilt waren, wuchs das Bedürfnis des Schulvereins nach einem Neubau, der alle schulischen und kulturellen Aktivitäten unter einem Dach zusammenfasst und ihr den öffentlichkeitswirksamen Auftritt verschafft, den sie bisher entbehren musste.

Das Projekt des Büros Soliman Zurkirchen Architekten aus Zürich ist das Resultat eines im Jahre 2003 weltoffen ausgeschriebenen Generalplanerwettbewerbs. Das Planungsteam unter Federführung der Architekten beinhaltete Fachplaner für Tragwerk, Gebäudetechnik, Bauphysik und Landschaftsarchitektur. Unterstützt wurden die Planer durch den Projektsteuerer Techdata aus Bern. In einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) wurde das Projekt weiterbearbeitet, kontrolliert und 2004 den zuständigen Behörden in Berlin zur Prüfung vorgelegt. Nach Genehmigung des Antrages auf eine finanzielle Zuwendung durch das Auswärtige Amt (AA) und durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) konnte 2005 mit der Werkplanung und der öffentlichen Ausschreibung begonnen werden. Die DSG beteiligt sich mit rund 30 Prozent an den Gesamtkosten, wobei der größte Teil durch den Wert des langfristig von der Gemeinde gepachteten Grundstückes gebildet wird. Mit ersten Bauarbeiten konnte im März 2006 begonnen werden, der Rohbau wurde im Januar 2007 fertig gestellt und die Bauvollendung fand exakt auf den Schulbeginn im August 2007 statt.

Der Neubau befindet sich in Vernier, einer Vorortsgemeinde von Genf. Vom Ortskern her reihen sich entlang der Rue du Village wichtige Bauten wie das Rathaus, verschiedene Schulen, die Post und Geschäfte nacheinander auf. In dem von der Gemeinde erstellten Bebauungsplan ist der leicht von der Straße zurückgesetzte, an einen Quartierpark angrenzende Standort festgelegt und die neue Schule wird ein ergänzendes Glied in dieser Kette von öffentlichen Bauten sein. Der um zwei Höfe mäandrierende Baukörper erstreckt sich als mittelbündige Anlage über zwei Etagen und ein Untergeschoss. Entlang der Erschließungsachse entsteht eine abwechslungsreiche Abfolge von zusammenhängenden Räumen, welche visuelle Kontakte auf beide Seiten zulassen. Der größere, öffentlichere Hof dient als Hauptzugang zum Gebäude und als Pausenhof für die Sekundarstufe. Der kleinere, eingefriedete Hof ist für die Schüler der Grundschule gedacht und gestattet so die gewünschte Kohabitation zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Im Eingangsbereich erlauben mobile Unterteilungen eine flexible Nutzung der Begegnungszonen in Verbindung mit der Mensa und der Aula. Diese steht gleichsam mit der Bühne als Auftakt und führt den Benutzer analog einem virtuellen Spannungsbogen durch das Gebäude bis zur diagonal entgegengesetzten Turnhalle. Die Klassenzimmer für die Primar- und Sekundarstufe sind auf beide Etagen verteilt und orientieren sich zur Südostseite. Die Unterrichtsräume Richtung Nordwesten dienen den Fach- und Informatikräumen. Zu den Höfen gewandt befinden sich im Obergeschoss das Lehrerzimmer und die Bibliothek. Drei Treppenanlagen erlauben eine einfache Orientierung im Gebäude und den raschen Etagenwechsel. Der gewünschten "kulturellen Außendarstellung" entspricht die prägnante Fassade, die in ihrer Gestaltung ein Markenzeichen für die Deutsche Schule in Genf werden kann. Die nach außen verlegte Fachwerkstatik bildet zusammen mit der filigranen Glashaut ein Maximum an Transparenz.

Eine Besonderheit des Grundstücks ist der in unmittelbarer Nähe gelegene Flughafen. Der dadurch entstehende Lärm hat einen gewichtigen Einfluss auf den Schallschutz am Gebäude. Das Belüftungs- und Lärmschutzkonzept basiert auf einer hochwertigen Isolierverglasung verbunden mit einer kontrollierten Belüftung über die Fassade. Während der Unterrichtsstunde wird über eine schallgedämmte Ansaugbox im Bereich des Storenkastens temperierte Frischluft in den Raum geleitet und von dort kontinuierlich über einen Lüftungskanal zu einer Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung weggeführt. In den Pausen können bei Bedarf einzelne Fenster zwecks Stoßlüftung geöffnet werden. Die Beheizung geschieht über Geothermie mittels einer Erdsonde-Wärmepumpenanlage und der Aktivierung von Böden und Decken. Das schweizerische MINERGIE-Label für einen sparsamen und ökologischen Energieverbrauch kann so erreicht werden.

Ein nach ergonomischen Kriterien ausgewähltes Schulmobiliar, technisch komplett ausgestattete Werk- und Naturwissenschaftsräume, Spielplätze in der Umgebung und die neuesten Unterrichtsmedien, wie Rechnervernetzung und interaktive Projektionstafeln, werden Grundlage eines modernen Schulunterrichts sein.

Für die DSG bewirkt das neue Gebäude einen bedeutenden Fortschritt gegenüber früher: Alle Schulbereiche sind in einem Gebäude zusammengefasst, die Infrastruktur konnte stark ausgebaut werden (Sporthalle/Mensa/Aula) und die Verkehrsanbindungen an den öffentlichen wie privaten Verkehr sind optimal. Die Finanzierung des Betriebes ist für den Schulträger effizienter planbar und sichert somit die langfristige Existenz einer deutschen Schule am internationalen Standort in Genf.

Artikel aus dem Bau und Raum Jahrbuch 2007/08, welches vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung herausgegeben wird. Artikel verfasst von Klaus-Dieter Klein (Vorsitzender des deutschen Schulvereins).

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