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Washington Residenz

Abbildung: Portikus von der südlichen Gartenseite.Portikus von der südlichen Gartenseite. Foto 1994

ARCHITEKTOswald Mathias Ungers
WETTBEWERBBeschränkter Realisierungswettbewerb zur Erlangung von Bauentwurfsvorschlägen 1982
2. Preis O. M. Ungers, Köln
3. Preis W. Düttmann, Köln
4. Preis, Kersten + Martinoff, Braunschweig
5. Preis Rossmann und Partner, Karlsruhe
Aus der zweiten Stufe des beschränkten Realisierungswettbewerbs 1987/88 ging Ungers als Sieger hervor.
GRUNDSTÜCKSGRÖSSEcirca 21.000
BRUTTOGESCHOSSFLÄCHE3.362
GEBÄUDEVOLUMEN10.994
GESAMTKOSTEN29,37 Mio. DM (Bau) und 750.000 DM (Einrichtung)
BAUAUSFÜHRUNGStructure Tone Inc., New York / Washington D.C.
BAUBEGINNMai 1992
FERTIGSTELLUNGSeptember 1994
BAULEITUNGBundesbaudirektion
Bauleitung Washington,
GARTENGESTALTUNGBernhard Korte, Düsseldorf
EINRICHTUNGOswald Mathias Ungers
KUNST AM BAUMarkus Lüpertz, Gerhard Merz, Christa Näher, Rosemarie Trockel, Simon Ungers, Sophia Ungers (Konzeption)

Residenz als Gesamtkunstwerk

Die von dem Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers Ende der 80er Jahre geplante Residenz in Washington markiert einen deutlichen Wendepunkt in der Selbstdarstellung der Bundesrepublik. Mit dem Anspruch, ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, konzipierte Ungers ein Residenzgebäude, bei dessen Planung er das Quadrat als durchgehendes Modul einsetzte. So entstand von 1992-1994 ein rationalistisch durchdachter zweigeschossiger Bau, der von einem Hügel herab die Umgebung beherrscht. Seine Verkleidung aus örtlich vorkommendem weißen Stein hebt seine betont würdevolle Erscheinung noch hervor. Als auffälligstes Element des Baukörpers zeigt sich die Eingangsfront an der Schauseite. An ihr sind verschiedene Architekturtraditionen wie die klassische Säulenreihe, der antike Portikus oder einfach abstraktes Gebälk zu assoziieren. Aber auch ortsbezogene Verbindungen zu den antikisierenden Washingtoner Prachtbauten des 19. Jahrhunderts sind möglich. Die gesamte Architektur der Residenz steht für einen gelungenen, selbstbewussten Umgang mit Architekturgeschichte, ohne der Gefahr zu erliegen, in schlichte historische Reminiszenzen zu verfallen.

Das Residenzgebäude ist in zwei Ebenen gegliedert. Im Erdgeschoss befindet sich ein großzügiger Empfangssaal, der sich als eigener Baukörper mit Satteldach aus dem Gesamtkomplex heraushebt. Angeschlossen sind das Damen- und Herrenzimmer sowie der Speisesaal. Im Obergeschoss befinden sich die privaten Wohn- und Schlafräume des Botschafters. Ungers Gesamtkonzept schloss die komplette Innenausstattung bis zu den ebenfalls von dem Quadratmodul bestimmten Sesseln mit ein. Selbst die Auswahl des Tafelsilbers, des Geschirrs und der Tischwäsche wurde davon berührt.

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