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Kanzleigebäude in Washington

Generalsanierung

Abbildung: Kanzlei von Ost. Foto ca. 1966Abbildung: Kanzlei von Ost. Foto ca. 1966

URSPRUNGSARCHITEKTEgon Eiermann
GENERALPLANER DER
SANIERUNG
wird im dem vor dem Abschluß stehenden VOF Verfahren ausgewählt
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE16.000
HAUPTNUTZFLÄCHE6.162
GEBÄUDEVOLUMEN49.886
GESAMTKOSTEN65,6 Mio Euro
BAUBEGINNJuni 2011
FERTIGSTELLUNGJuni 2014
PROJEKTLEITUNGBundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat IIIA2
FACHINGENIEUREBundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat IIIS2

Germany pays its respects

Die Planungsgeschichte für ein Kanzleigebäude in Washington reicht weit zurück. Bereits kurz vor dem 1. Weltkrieg schrieb das Auswärtige Amt einen Wettbewerb aus, bei dem Bruno Möhring als Sieger hervorging. Als Kaiser Wilhelm II. abweichend von dem Wettbewerbsergebnis die Entwürfe des Oberhofbaurates Ernst von Ihne als Grundlage für den Neubau favorisierte, entstand ein Streit über moderne und konservative Architekturauffassungen, dem der Ausbruch des Ersten Weltkrieges schließlich ein Ende setzte. Erst 1937 führte die Reichsbaudirektion einen erneuten Wettbewerb durch, an dessen Ende Fritz August Breuhaus mit der Planung beauftragt wurde. Wiederum verhinderte der Kriegsausbruch die Realisierung. Endlich bekam Ende der 50er Jahre Egon Eiermann, der gerade den deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel fertiggestellt hatte, den Auftrag, eine Botschaftskanzlei für die Hauptstadt des nun wichtigsten Bündnispartners zu gestalten.

Der von Eiermann entworfene Baukörper steht quer zu dem das Grundstück bestimmenden Hang. Das deutlich horizontal ausgerichtete, lange schlanke Gebäude verläuft rechtwinklig zu zwei Straßen. Nur die schmalen Endseiten der Kanzlei zeigen sich von dort aus sichtbar - die oberen Geschosse sind, wie die Aufbauten bei einem Schiff, schrittweise nach rückwärts gestaffelt. Diese "Stufen" stellen wiederum weite Terrassen dar. Der die Einfahrt hinauffahrende Besucher erlebt die Längsseite der Fassade, wenn er auf dem eleganten kreisförmigen Vorhof am Fuße des Abhangs hält. Die Front wird von den Materialien Glas und Stahl dominiert und ist mit durchlaufenden Balkonen ausgestattet. Dort angebrachte schattenspendende schmale Blenden betonen die Horizontale und nehmen der Glasfront die Strenge. Über alles hat Eiermann ein zartes offenes Muster drahtfeiner Linien aus Stahlstäben gelegt. Sie sind die einzigen dekorativen Elemente, denen aber teilweise auch die Funktion als Balkongeländer zukommt. Die Art der Innenräume und ihre Unterteilung ist von außen nicht erkennbar. So kann weder abgelesen werden, dass es im Erdgeschoss ein großes Auditorium gibt, noch ist zu erkennen, wo das Treppenhaus verläuft. Das 1964 eingeweihte vornehme Verwaltungsgebäude, das in Hinblick auf Harmonie und Proportionen einen fast klassischen Anspruch erhebt, wurde durch zahlreiche amerikanische Architekturpreise ausgezeichnet. Es ist das einzige noch im Ausland existierende Gebäude von Egon Eiermann.

Generalsanierung

Nach der Bestandsaufnahme, in der die erhebliche Belastung mit Spritzasbest und der nicht mehr wirtschaftlicher Betrieb der technischen Anlagen festgestellt wurde, sind alle drei auf dem Gelände befindlichen zur Kanzlei gehörenden Gebäude einer Generalsanierung unterzogen worden. Ziel war es, die Architektur weitestgehend zu erhalten. Darüber hinaus erfolgte die Sanierung auf Grundlage eines integralen Energiekonzeptes unter vollumfänglicher Berücksichtigung deutscher Umwelttechnologien und Energietechniken..

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