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Deutsche Botschaft Warschau

Botschaft EingangsbereichQuelle: Hanns Joosten


BAUHERRBundesrepublik Deutschland,
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung,
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung Bonn
ARCHITEKT/
GENERALPLANER
Holger Kleine Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
LANDSCHAFTSARCHITEKTTopotek 1, Berlin
PROJEKTSTEUERERHPP-BMP Bau- und Projektmanagement, Berlin
GRUNDSTÜCKSGRÖSSEcirca 12.700
BRUTTO-GESCHOSSFLAECHE8.335
HAUPTNUTZFLAECHE3.563
GESAMTPROJEKTKOSTEN 21 Mio.
BAUBEGINNJuni 2005
NUTZERÜBERGABESeptember 2007 - 1.Bauabschnitt
Dezember 2008 -2. Bauabschnitt

Für den Neubau der Deutschen Botschaft in Warschau wurde im Jahre 1997 ein Grundstück in bester Lage erworben. Das parkähnliche Grundstück inmitten altem Baumbestand liegt am Rande des Warschauer Schlösserparks, nur zwei Häuserblöcke vom Sejm entfernt. Die Haupterschließung erfolgt von der Ulica Jazdow, dem alten Königsweg.

An dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb im Jahr 2002 nahmen 378 Architekten teil. Der Neubau umfasst Kanzlei, Konsulat und Botschafterresidenz. Der prämierte Entwurf des Architekten Holger Kleine aus Berlin bildet diese drei Funktionen in einer Komposition aus drei Baukörpern mit drei unterschiedlichen Fassaden ab. So entsteht kein Monolith, sondern ein Gebäude, das den Dialog symbolisiert. Mittels begrünter Wände, einer Exedra und einer großen Dachterrasse verschränken sich Garten und Gebäude auf vielschichtige Weise. Der Entwurf wird zu einer Hommage an den benachbarten Park und dessen Schlösserarchitektur.

Nachhaltig ist das Entwurfskonzept insbesondere durch den hohen Anteil unversiegelter und begrünter Flächen, durch die insgesamt günstigen Flächenfaktoren und durch die Verwendung dauerhafter, ökologisch unbedenklicher und klimatisch vorteilhafter Baustoffe. Durch die Begrenzung des Glasanteils, die Schaffung von Speichermassen, Massivdecken, einen außenliegenden Sonnenschutz sowie größtmögliche natürliche Belichtung und Belüftung konnte auf Klimaanlagen weitgehend verzichtet werden, sodass sehr günstige Betriebskosten zu erwarten sind.

Innovativ in der Materialanwendung ist zum Einen die Glasfassade, in der massive Brüstungen und Wandpartien mit reflektierendem Strukturglas verkleidet werden, dessen Erscheinung sich je nach Sonnenstand, Wetterlage und Betrachterstandpunkt wandelt. Es erlaubt eine leichte, gläserne Erscheinung des Gebäudes trotz relativ großer raumklimatisch günstiger Speichermassen. Innovativ ist zum Zweiten die durchgefärbte Sichtbetonfassade, deren Blattmuster den Bewuchs der Rankgewächse vorwegnehmen, vervollständigen, durchschimmern lassen und in jahreszeitlichem Wechsel abbilden.

Es versteht sich von selbst, dass der erste Neubau eines deutschen Staates in Warschau nach der Totalzerstörung im Zweiten Weltkrieg großes Interesse in Warschau weckt: Der Entwurf stieß in der polnischen Tages- und Fachpresse auf eine sehr positive Resonanz, unter anderem da der Entwurf als "Abbild und Raumwerdung" von Dialog statt Konfrontation, von Balance statt Uniformität, von Innovation statt Geschichtsklitterung verstanden wurde. Das bis zu vier Geschossen hohe Gebäude hat eine Bruttogeschossfläche von circa 8.500 . Baubeginn war im Sommer 2005. Die Kanzlei wurde am 06.10.2007 bezogen.

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