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Generalkonsulat Thessaloniki

Neuunterbringung

Generalkonsulat Thessaloniki, Westansicht, Oktober 2010Generalkonsulat Thessaloniki, Westansicht, Oktober 2010 Quelle: Ralf Hohmann, Bonn

ENTWURFSPLANUNGArchitekturbüro Heupel, Thessaloniki-Athen
GENEHMIGUNGS- UND AUSFÜHRUNGSPLANUNGArchitekturbüro Anca, Thessaloniki
WETTBEWERB (Investor)Bauunternehmen Ekater, Thessaloniki
PROJEKTSTEUERUNGObermeyer Planen+ Beraten GmbH, München-Athen
BAUKOSTENcirca 18 Mio. Euro
BAUBEGINN11/2007
FERTIGSTELLUNG (Rohbau)07/2009
FERTIGSTELLUNG (Ausbau)12/2010
BAUZEIT38 Monate
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE1.092,44
BRUTTOGESCHOSSFLÄCHE9.362
PROJEKTLEITUNGBBR Referat III A 1
FACHINGENIEUREBBR Referat III S 2


Für den Bau einer ständigen Vertretung wurde Deutschland von der Republik Griechenland ein Grundstück circa drei Kilometer östlich des Zentrums von Thessaloniki und 100 Meter nördlich der Uferkante der Nordwestägäis/Thermaischer Golf überlassenen. Da sich das aus dem Raumprogramm ergebende Bauvolumen mit dem an dieser Stelle möglichen städtebaulichen Vorgaben nicht überein bringen ließ, entschied man sich für das in Griechenland praktizierte Anti-Parochi-Verfahren. Dabei bietet ein Grundstückseigentümer Investoren, nach vertraglicher Festlegung der Eigentumsanteile, die partnerschaftliche Errichtung eines Gebäudes an. Der Grundstückseigentümer bringt sein Grundstück als Kapital ein, der Investor finanziert den Bau des Gebäudes. Für den Wert des Grundstücks erhält der Grundstückeigentümer Eigentumsanteile am Gebäude. Die Bauherrenaufgaben und -pflichten sind von den Vertragspartnern gleichermaßen wahrzunehmen. Nach fünfjähriger Planungs- und Bauzeit ist Deutschland nun Eigentümer von circa 44 Prozent eines Gebäudes mit neun Ober- und drei Untergeschossen. Dazu gehören die Büroräume mit Visastelle des Generalkonsulates im achten Obergeschoss, je drei Wohnungen in den Etagen sechs und sieben sowie eine Wohnung und ein Gemeinschaftsraum im ersten Obergeschoss. Die Flächen der Dachterrasse werden vom Konsulat für repräsentative Zwecke genutzt. 

Entwurfsplanung und Ausschreibung als Grundlage für den Investoren-Wettbewerb von März 2005 bis März 2006 wurden vom Architekturbüro Heupel/Thessaloniki erarbeitet. Nach Auswahl und Abschluss eines Werkvertrages mit dem griechischen Bauunternehmen Ekater/Thessaloniki, begann das von Ekater beauftragte Architekturbüro Anca/Thessaloniki mit der Genehmigungs- und Ausführungsplanung. Nach erteilter Baugenehmigung wurde im November 2007 mit dem Bau begonnen, der nach einer Bauzeit von drei Jahren und zwei Monaten fertig gestellt werden konnte. 

Das Gebäude ist konstruktiv ein Stahlbetonskelettbau. Der zweischalige Aufbau der Außenwände mit Luftschicht und Wärmedämmung ist mit Dionysos-Marmor-Platten verkleidet. Die Bodenbeläge in den Treppenräumen, Fluren und Wohnzimmern der Wohnungen sind mit Thassos-Marmor-Platten belegt. Die Marmorsorten Thassos (Insel Thasos) und Dionysos (Athen) werden in griechischen Steinbrüchen gewonnen.

Die Wohnungen werden mit Fußbodenheizung geheizt, die Büroflächen im achten Obergeschoss mit Klimageräten temperiert. Zur Unterstützung der Warmwasserversorgung wurden Solarzellen auf dem Flachdach installiert.

Die fußläufige Erschließung an der Straße Leoforos Megalou Alexandrou beginnt am Gehweg mit zwei Stegen, die sich über ein Wasserspiel spannen und führt weiter zu den beiden durch eine marmorverkleidete Wandscheibe getrennte Eingänge von Wohnungen und Generalkonsulat. Über die Kakavou-Straße gelangt man zur Zufahrt des Autoaufzugs der Tiefgarage. Die vertikale Erschließung des Gebäudes erfolgt an zwei Kernen, an denen sich jeweils um einen Lichtschacht Treppenhaus und Aufzug gruppieren. Die Nutzungsbereiche Wohnen und Büro (Generalkonsulat) verfügen somit über separate innen liegende Erschließungskerne, wobei im Brand- oder Rettungsfall das jeweils andere Treppenhaus als zweiter Rettungsweg dient.

Das Generalkonsulat konnte termingerecht zum 1. Oktober 2009 bezogen werden. Die sieben Wohnungen wurden bis 31. Oktober 2010 fertig gestellt und werden für vorerst zwei Jahre vermietet.

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