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Botschaft Riad

Abbildung: Kanzlei von OstKanzlei von Ost. Foto 1987

ARCHITEKTKurt Schentke
WETTBEWERBRealisierungswettbewerb mit beschränktem Teilnehmerkreis 1981
1. Preis Kurt Schentke
2. Preis Rolf Gutbrod und Hermann Kendel
3. Preis Architektengemeinschaft Kersten-Martinoff-Struhk
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE11.005
HAUPTNUTZFLÄCHE2.946
GEBÄUDEVOLUMEN23.097
GESAMTKOSTEN25,67 Mio. DM
BAUAUSFÜHRUNGWiemer und Trachte GmbH, Dortmund
BAUBEGINNMai 1985
FERTIGSTELLUNGJuli 1987
BAULEITUNGBundesbaudirektion
GARTENGESTALTUNGBBW & P Landschaftsarchitekten GmbH
EINRICHTUNGBundesbaudirektion
KUNST AM BAUErich Reusch, Karl Schlamminger,
W. Buschulte, H. Gottfried

Regionales Bauen

In den 70er Jahren strebte die saudische Regierung die Verlegung der diplomatischen Vertretungen von Jeddah in die Hauptstadt Riad an. Hierfür wurde eigens ein neues Stadtviertel als Baugelände ausgewiesen. Für die neue Botschaft der Bundesrepublik in Riad plante Kurt Schentke Anfang der 80er Jahre eine dreigeschossige Kanzlei, ein zweigeschossiges Wohngebäude für den Botschafter sowie Dienstwohnungen und technische Häuser.

Saudi Arabien liegt im Bereich der zentralarabischen Trockenwüste mit Temperaturen, die im Sommer +50 Grad Celsius im Schatten erreichen und im Winter unter den Gefrierpunkt sinken können. Im Frühjahr und im Herbst sind dort Sandstürme und starke Regenfälle möglich. Schentke bediente sich deshalb althergebrachter, ortstypischer Bauweisen, um die klimatischen Gegebenheiten für die Botschaftsbediensteten erträglicher zu machen. Sein Ziel war es, in dem Komplex aus Kanzlei und Residenz auf elektrische Klimaanlagen weitgehend zu verzichten - was allerdings nur teilweise gelang. Die Konstruktion der Außenwände und Dächer ist mehrschalig ausgebildet, um eine Durchlüftung möglich zu machen. In den dicken Wänden, die mit einer inneren Ziegelschale versehen sind, kann so in den Sommernächten Kühle für den größten Teil des Tages gespeichert werden. Im Winter ist dagegen eine Heizung weniger notwendig, da die während des Tages aufgefangene Wärme in der Nacht wieder abgegeben wird. Für relativ geringe Temperaturschwankungen im Inneren der Gebäude sowie in deren unmittelbarer Umgebung sorgen sowohl Außenwandfenster mit wenig direkter Sonneneinstrahlung als auch schattige Arkaden und Pergoden. Durch frei fließendes Wasser und Vegetation wird Staub gebunden und Kühle durch Verdunstung gespendet. Die äußere Erscheinung der Bauten ist ebenfalls der Umwelt und den klimatischen Bedingungen angepasst. So zeigt sich die Botschaftsanlage nach außen als weitgehend geschlossen - nach innen dagegen geöffnet. Die Fassade besteht aus in der Nähe gewonnenen bossierten Steinen. Sie verstärken den Eindruck eines im Wüstenboden verwurzelten Bauwerks. Durch eine mit Palmen und Wüstengewächsen bepflanzte Wadilandschaft, die sich dem örtlichen Landschaftscharakter angeglichen zeigt, ist eine gestalterische Verbindung von Kanzlei und Residenz gegeben.

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