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Residenz- und Kanzleigebäude New Delhi

Abbildung: Modell nach dem gemeinsamen Entwurf von Krahn und der Bundesbaudirektion. Nicht erhalten.Modell nach dem gemeinsamen Entwurf von Krahn und der Bundesbaudirektion. Nicht erhalten.

ARCHITEKTENJohannes Krahn und Bundesbaudirektion
WETTBEWERBEngerer Wettbewerb zur Erlangung von Bauentwurfsvorschlägen 1954
2. Preis Johannes Krahn
3. Preis F. A. Breuhaus de Groot
4. Preis Wilhelm und Dirk Denningen
5. Preis Friedel Steinmeyer
Außer Wettbewerb zwei Vorschläge Bundesbaudirektion - Arbeitsgruppe
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE24.267
HAUPTNUTZFLÄCHE2.938
GEBÄUDEVOLUMENgesamt 17.620 + 3.430 (Erweiterungsbau 1960/61)
GESAMTKOSTEN4,22 Mio. DM
BAUAUSFÜHRUNGSingh, Partap, Firma New Delhi
BAUBEGINNMärz 1956
FERTIGSTELLUNGMärz 1962
BAULEITUNGvon Heinz, Karl Malte und Bundesbaudirektion
EINRICHTUNGBundesbaudirektion
KUNST AM BAUKarl Heinz Krause, Heinz Diekmann
ERWEITERUNGSBAUBundesbaudirektion - Planungsabteilung
Erweiterung Kanzleigebäude, Bau einer Mehrzweckhalle und Sanierung der Residenz, Kanzlei-Altbau und Bedienstetenquartiere
HAUPTNUTZFLÄCHEcirca 1.700
GEBÄUDEVOLUMENcirca 8.300
GESAMTKOSTEN24.307.000 DM
BAUBEGINNDezember 1994
FERTIGSTELLUNGAugust 1997
EINRICHTUNGBundesbaudirektion
BAULEITUNGBundesbaudirektion
INNENAUSSTATTUNGBundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Referat A 2

Erster Neubau einer bundesdeutschen Vertretung

Nachdem Indien 1947 seine Unabhängigkeit erreicht hatte, wies die Regierung eine "Diplomatic Enclave" aus. Alle Staaten waren aufgefordert, sich in diesem Gebiet durch einen Neubau selbst darzustellen. Es galt nun für die junge Bundesrepublik, durch die Gestaltung eines Residenz- und Kanzleigebäudes den Anschluss an westliche Maßstäbe zu demonstrieren. Zum ersten Mal in der deutschen Baugeschichte sollte mit den gestalterischen Mitteln der Moderne eine diplomatische Vertretung geschaffen werden. Hierzu führte man 1954 einen eingeschränkten Wettbewerb durch, aus dem Johannes Krahn als Sieger hervorging. Krahn war bereits durch die Planungen der französischen Botschaft in Bad Godesberg und des deutschen Hauses der Cité Universitaire in Paris sowie den Wiederaufbau der Frankfurter Paulskirche und des Städel - Museums bekannt geworden. Die Planung des Architekten wurde allerdings erst nach einer grundlegenden Überarbeitung durch die damalige Bundesbaudirektion verwirklicht.

Die klimatischen Bedingungen des Ortes gaben einen großen Teil der äußeren Gestalt von Kanzlei und Residenz vor. Gebäude mit Fassaden aus Stahl und Glas wären unter der ständigen Sonneneinstrahlung kaum zu klimatisieren gewesen. Den Schwerpunkt der Anlage bildet die viergeschossige Kanzlei. Sie musste auf Wunsch der indischen Regierung an der Hauptstraße gelegen sein und wurde wie der sich anschließende viergeschossige Trakt für Dienstwohnungen sowie die hinter der Kanzlei gelegene Residenz in Stahlbetonskelettbauweise errichtet. Verschiedene Sonnenschutzmaßnahmen prägen die Fassaden des Gebäudeensembles. Aluminiumblenden in Betonrastern verdecken die Fenster der Kanzlei, während die nach Westen gewandten Fenster des Wohntraktes durch kastenartige Blenden vor Sonne geschützt werden. Ein offenes Erdgeschoss trägt zur Durchlüftung der Gesamtanlage bei und dient als schattiger Parkplatz. Grauer indischer Marmor bildet die Verkleidung der gesamten Residenz sowie der Stirnseiten des Kanzlei- und Wohngebäudes. Ein einstöckiges Wohnhaus ist dem erdgeschossigen Empfangsgebäude angeschlossen. Kleine Fenster, überdachte Terrassen und Balkone, Aluminiumrollos und aufrollbare Bambusblenden bestimmen die Erscheinung der Residenz. Eine Zufahrt ist nur von einer Nebenstraße aus möglich. Vielleicht ist dies der Grund, weswegen man das voluminöse, den strengen Charakter der fast fensterlosen Fassade durchbrechende Vordach am Empfangsgebäude anbrachte. Nachdem die Kanzlei noch um zwei Achsen erweitert wurde, konnte der Gebäudekomplex nach sechs Jahren Bauzeit 1962 übergeben werden. Von 1992 bis 1997 sind die Häuser durch das BBR saniert und durch einen Erweiterungsbau ergänzt worden.

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