Navigation und Service

Deutsche Botschaft Monrovia

Abbildung: Residenz von NordwestResidenz von Nordwest. Foto ca. 1965 Quelle: BBR

ARCHITEKTBundesbaudirektion
WETTBEWERB-
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE46.136
HAUPTNUTZFLÄCHE1.538
GEBÄUDEVOLUMEN8.905
GESAMTKOSTEN5,19 Millionen DM
BAUAUSFÜHRUNGVianini LTD., Rom
BAUBEGINNJanuar 1962
FERTIGSTELLUNGNovember 1964
BAULEITUNGBundesbaudirektion
GARTENGESTALTUNGReinhard Besserer, Berlin
EINRICHTUNGBundesbaudirektion
KUNST AM BAUJoachim Berthold

Botschaft unter Palmen

Anfang der 60er Jahre wurde für Monrovia, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Liberia, einer der ersten Botschaftsneubauten Deutschlands auf dem westafrikanischen Kontinent geplant. Bis 1964 entstanden auf einem 40.000 Quadratmeter großen Gelände außerhalb des Stadtzentrums und in unmittelbarer Meeresnähe eine Residenz, eine Kanzlei und fünf Dienstwohnungen. Seit 1992 werden die Gebäude nicht mehr genutzt, da es infolge kriegerischer Auseinandersetzungen in Liberia ratsam erschien, die Botschaft aufzugeben. Im Auftrag des Auswärtigen Amtes unterhält die Liegenschaft inzwischen ein in Monrovia lebender Deutscher. Über die weitere Zukunft der ehemaligen deutschen Vertretung konnte aufgrund der noch immer nicht geklärten politischen Verhältnisse in Liberia noch keine Entscheidung getroffen werden.

Mit der großzügigen Verteilung der Häuser über das Grundstück wollte man unter anderem den klimatischen Bedingungen gerecht werden. Da hohe Luftfeuchtigkeit und starke Tageshitze vorherrschen, sollte den schwachen Seewinden möglichst viel Platz gegeben werden, um sich auf dem Areal auszubreiten. Die zweigeschossige Kanzlei befindet sich als größter Bau in der Nähe einer Hauptstraße. Während ihr Erdgeschoss größtenteils offen ist und als schattiger Parkplatz sowie als Eingangsbereich dient, bleibt das auf Pfeiler gestellte Obergeschoss den Büros vorbehalten. Dessen Fassade ist ähnlich den Bauten Egon Eiermanns eine weitere Schale aus langen horizontalen Metalllamellen vorgesetzt. Diese weißen Verblendungen finden an einem Metallgestänge Halt, das wiederum an dem überstehenden Betondach befestigt ist. Auf diese Weise entstand gleichzeitig ein begehbarer Umgang und vor allem ein Sonnenschutz. Die Blenden, die zudem ein gestalterisches Element darstellen, sind auch an den Sonnenseiten der anderen Bauten zu finden. Besonders an der frei in der flachen Palmenlandschaft stehenden eingeschossigen Residenz wird durch die langen Lamellen und dem überstehenden Dach der Eindruck eines großzügigen Gebäudes erweckt. Für sich genommen unterscheidet sich die Residenz kaum von luxuriöseren Ferienbungalows - lediglich das ausladende Vordach zeigt seinen besonderen Charakter an. Die Dienstwohnungen sind ebenfalls als Bungalows mit zur Seeseite ausgerichteten Terrassen gebaut, die sich in einem größeren Gartenraum gruppieren. Da es damals außer Sand und Kies im Gastland keine weiteren Baumaterialien gab, griff man bei der Bauausführung auf eine vorgefertigte Stahlskelettkonstruktion zurück, die wie alle anderen Baumaterialien aus Europa importiert wurde.

Diese Seite

© Copyright by BBR. Alle Rechte vorbehalten.