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Deutsche Botschaft Madrid

Generalsanierung der Kanzlei

Ansicht Eingang zur BotschaftStrassenansicht Quelle: Fotograph Stefan Müller, Berlin

Nutzung / NutzerKanzlei der Deutschen Botschaft in Madrid / Auswärtiges Amt
AdresseC/ Fortuny, 8, 28010 Madrid, Spanien
ArchitektArchitekturbüro Professor Baumewerd
ProjektleitungBundesamt für Bauwesen und Raumordnung,
Referat III A 1
Gesamtkosten*rund 10,5 Millionen Euro
Wettbewerb und ErgebnisseVOF-Verfahren
Baubeginn / Fertigstellung2005/2009
Bruttogrundfläche4.120 Quadratmeter
Nutzfläche1.390 Quadratmeter

Die denkmalgeschützte Kanzlei der Deutschen Botschaft Madrid wurde 1966 fertiggestellt. Grund für die Generalsanierung der Kanzlei war die notwendige Erneuerung der haustechnischen Anlagen. Neben der Anpassung der Klima-, Sanitär-, Elektro- und Telekommunikationstechnik waren Anpassungen an die seinerzeit aktuellen Brandschutzanforderungen umzusetzen. Durch die Umgestaltung eines vorhandenen Treppenhauses zum Sicherheitstreppenhaus und das sorgsame Einfügen der notwendigen Rauchabschlüsse konnte der Charakter des Hauses erhalten bleiben.

Die ursprünglich offene Eingangssituation der Kanzlei mit großzügiger Halle war aufgrund der Sicherheitslage in den 80er-Jahren bereits durch den Einbau einer Personenschleuse verändert worden. Der seinerzeit einzige Zugang zum Gebäude war aufgegliedert worden, um neben dem Kanzleieingang einen zweiten Zugang für die Rechts- und Konsularabteilung zu schaffen. Im Zuge der Generalsanierung der Deutschen Botschaft Madrid wurde die Erschließung neu geordnet: Die beiden Eingänge zum Gebäude werden jetzt durch eine neue Eingangstreppenanlage mit gemeinsamem Treppenpodest und durch ein neues Vordach aus Stahl, das nun beide Zugänge erfasst, zu einem Haupteingang definiert. Gleichzeitig wurde das Gebäude behindertengerecht ausgebildet, durch die Schaffung eines Hubliftes an der Eingangstreppe, den Einbau eines Behinderten-WC sowie das Fortführen des Kanzleiaufzuges bis ins 3. Obergeschoss.

Das ursprünglich für Wohnungen vorgesehene 3. Obergeschoss war im Laufe der Zeit bereits zur Hälfte in Büronutzung umgewandelt worden. Aufgrund geänderter Nutzungsanforderungen wurde die zweite ursprüngliche Dienstwohnung nun ebenfalls in Bürofläche umgebaut; zudem erfolgte die Sanierung der gesamten Dachfläche.

Trotz der strukturellen Natur der Eingriffe war es das oberste Ziel, das Erscheinungsbild des Gebäudes im Inneren und Äußeren zu erhalten. Die schlanke Stahl-Fensterkonstruktion der Westfassade konnte im Original erhalten werden. Aus energetischen Gründen wurde lediglich die Verglasung ausgetauscht. Sämtliche Spaltklinkerbeläge der Flurbereiche wurden erhalten oder in Teilen ausgebessert. Eine besondere Herausforderung stellte die Sanierung der mit keramischen Spaltplatten verkleideten Fassade dar. Alle Keramikplatten der Fassade wurden unter Rekonstruktion des vorgegebenen Fassadenrasters ausgetauscht, wobei es sich als notwendig erwies, Platten in Sonderanfertigung für dieses Bauwerk herstellen zu lassen.

Ebenso stieß man bei der Sanierung auf unerwartete baukonstruktive Schwierigkeiten. So war es nicht möglich, die Innenwände aus Hohlziegeln zu erhalten, da sich bei genauerer Untersuchung herausstellte, dass die Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Alle nicht tragenden Innenwände wurden durch Gipskartonwände ersetzt, was in Folge die Erneuerung des Innenausbaus wie Deckenabhängungen, Einbauschränke und Sanitärräume nach sich zog. Des Weiteren musste der gesamte Fassadenunterbau erneuert werden. 
Geänderte Sicherheitsanforderungen erforderten zudem die Erneuerung der vorhandenen Einfriedung. Die nach unterschiedlichen Planungen im Ergebnis umgesetzte Zaunlösung wird den Sicherheitsanforderungen wie den Anforderungen des Denkmalschutzes auf eine uneingeschränkte Einsicht in die Gartenanlage und auf das Gebäudeensemble gleichermaßen gerecht.
Während der Bauausführung musste somit an vielen Stellen umgeplant werden, um Befund, Bausubstanz und die zusätzlich formulierten Anforderungen, wie auch den Umbau der verbliebenen Dienstwohnung zur Bürofläche, gerecht zu werden, was schlussendlich auch eine Verlängerung der Bauzeit und eine Steigerung der im Vorfeld ermittelten Baukosten zur Folge hatte.

Die Sanierung erfolgte in drei Bauphasen bei laufendem Betrieb, in deren Verlauf die Mitarbeiter jeweils in einer auf dem Grundstück erstellten Containeranlage untergebracht werden mussten, da kein geeignetes Ausweichquartier zur Verfügung stand. Die Maßnahme wurde 2009 abgeschlossen.

Treppenaufgang im FoyerTreppenaufgang im Foyer Quelle: Fotograph Stefan Müller, Berlin

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