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Architektenwettbewerb Deutsche Botschaft Kairo

Neubau von Kanzlei und Residenz

Anlass und Ziel

Die Auslandsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in Kairo nutzt derzeit ein bundeseigenes Gebäude, welches Mitte der 1970er Jahren geplant und 1982 fertig gestellt worden ist. Das Gebäudeensemble beinhaltet sowohl das Kanzleigebäude als auch die Residenz des Botschafters. > mehr

Verfahren

Das Verfahren wurde als offener, anonymer, interdisziplinärer Wettbewerb in zwei Phasen für Bewerbergemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten in der 1. Phase, sowie in der 2. Phase zudem für TA-Ingenieuren und Tragwerksplanern nach den RPW 2013 durchgeführt.

Entscheidung des Preisgerichts

Es wurden drei Preise und eine Anerkennung vergeben. Das Preisgericht unter Vorsitz der Architektin Jórunn Ragnarsdóttir hat einstimmig unten stehende Wettbewerbsarbeiten prämiert. Das Preisgericht empfiehlt ebenfalls einstimmig, den ersten Preisträger mit der Realisierung zu beauftragen unter Berücksichtigung der Hinweise in der schriftlichen Beurteilung.

1. Preis: ARGE vielmo architekten, Berlin / Kohlbecker Architekten und Ingenieure, Kohlbecker Gesamtplan GmbH, Gaggenau

Entwurfsverfasser: Julian Vielmo
Mitarbeiter: Michael Glowasz, Sven Schmidtgen, Konstantinos Papadis
Landschaftsarchitekt: Kienleplan GmbH Stuttgart
Entwurfsverfasser: Prof. Hans Kienle
Mitarbeiter: Bartolomäus Tauber, Urs Müller-Meßner
Tragwerksplaner: Mayr + Ludescher Beratende Ingenieure Stuttgart
Entwurfsverfasser: Guido Ludescher
Technische Ausrüstung: KE & S GbR
Entwurfsverfasser: Uwe Schimo-Lema
Fachberater:
Fassenplaner: IGF Zimmermann, Mühlheim/Ruhr
Akustik + Bauphysik: Müller BBM, NL Berlin
Brandschutz: Halfkann + Kirchner, Erkelenz
Modellbau: Werk 5 Mangold Helmer GmbH, Berlin

1. Preis - Modell Neubau Deutsche Botschaft KairoQuelle: ARGE vielmo architekten, Berlin / Kohlbecker Architekten, Gaggenau Foto: Michael Lindner

1. Preis - Ansicht Neubau Deutsche Botschaft KairoQuelle: ARGE vielmo architekten, Berlin / Kohlbecker Architekten, Gaggenau



Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)


2. Preis: Bess Architekten, Berlin

Entwurfsverfasser: Bernd Bess
Landschaftsarchitekt: COQUI MALACHOWSKA COQUI, Städtebau Landschaftsarchitektur, Berlin
Entwurfsverfasser: IZABELA MALACHOWSKA-COQUI, JOERG TH. COQUI
Tragwerksplaner: GuD Planungsgesellschaft für Ingenieurbau mbH, Berlin
Entwurfsverfasser: Oskar-H. Pekoll
Technische Ausrüstung: WINTER Beratende Ingenieure für Gebäudetechnik Berlin GmbH, Berlin
Entwurfsverfasser: J. Kornfeld,
Mitarbeiter: Clemens Beutler
Fachberater: BAL Büro Am Lützowplatz (Kostenplanung), Berlin

2. Preis - Modell Neubau Deutsche Botschaft KairoQuelle: Bess Architekten, Berlin Foto: Michael Lindner

2. Preis - Ansicht Neubau Deutsche Botschaft KairoQuelle: Bess Architekten, Berlin



Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug)


3. Preis: Bez+Kock Architekten Generalplaner GmbH, Stuttgart
Entwurfsverfasser: Thorsten Kock, Martin Bez
Mitarbeiter: Jan Elsenhaus, Burcu Adak-Ufacik
Landschaftsarchitekt: ST raum a.-Gesellschaft von Landschafts­architekten mbH, Berlin
Entwurfsverfasser: Tobias Micke
Mitarbeiter: Mathias Werner
Tragwerksplaner: wh-p GmbH Beratende Ingenieure, Stuttgart
Entwurfsverfasser: Andreas Herrmann
Technische Ausrüstung: TRANSSOLAR Energietechnik GmbH Stuttgart
Mitarbeiter: Dieter Schnelle, Felix Thumm

3. Preis - Modell Neubau Deutsche Botschaft KairoQuelle: Bez+Kock Architekten, Stuttgart Foto: Michael Lindner

3. Preis - Ansicht Neubau Deutsche Botschaft KairoQuelle: Bez+Kock Architekten, Stuttgart



Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug):
Zwei eng zusammengeschobene Baukörper besetzen das Zentrum des Grundstücks. Es entsteht so eine schmale Fuge, die von einer Pergola überdeckt wird. Dadurch ist die Ablesbarkeit der Baukörper deutlich gegeben.
Eingeschossige Nebengebäude werden mit Hilfe von Dachrahmen zu einem disziplinierten Gefüge gebracht. Dabei entstehen zugleich drei differenziert ausgebildete Höfe, die den jeweiligen Funktionsbereichen der Gebäude zugeordnet sind. Der vorhandene Garten bleibt im Wesentlichen unangetastet und erfährt lediglich mit kleinteiligen Gartenelementen, wie Hochbeete und Sitzgruppen, eine Ergänzung.
Dem hochbaulichen Konzept der klaren Gliederung folgt auch die Zonierung der Gartenflächen, wobei der Residenzgarten von den anderen Außenbereichen abgetrennt ist, für Veranstaltungen aber eine Durchlässigkeit ermöglicht wird.
Der Eingangsbereich zur Visastelle umfasst die gesamte Grundstücksbreite an der Hassan Sabri Street. Dies führt zu einer sehr guten, einladenden Adressbildung. Nach Passieren der Personenschleuse betreten die Besucher einen angemessen dimensionierten Visahof und in der Folge den Wartebereich im Gebäude. Die Organisation der Visastelle ist funktional gut gelungen. Zufahrt und Eingang zur Kanzlei sind richtig positioniert. (...)
Die Fassaden der Kanzlei und der Residenz erfahren eine differenzierte Behandlung. Dadurch wird die gewünschte Unterscheidung der Gebäude unterstützt. (...)
Insgesamt bietet der Entwurf eine zurückhaltende und anmutige Architektursprache und wäre in der Lage, ein positives Bild Deutschlands zu vermitteln.



Anerkennung: Friedrich Keuthen Architektur, Köln
Entwurfsverfasser: Friedrich Keuthen
Mitarbeiter: Philip Engelhardt, Konstantin Sippel, Anna Schulz, Ruth Gierhake
Landschaftsarchitekt: LILL + SPARLA Landschaftsarchitekten, Köln
Entwurfsverfasser: Peter Sparla
Tragwerksplaner: Horz + Ladewig Ingenieurgesellschaft f. Baukonstruktionen GmbH, Köln
Entwurfsverfasser: Andreas Horz
Technische Ausrüstung: IBN Institut für Bauen und Nachhaltigkeit, Köln
Entwurfsverfasser: Andreas Nordhoff

Anerkennung - Modell Neubau Deutsche Botschaft KairoQuelle: Friedrich Keuthen Architektur, Köln Foto: Michael Lindner

Anerkennung - Ansicht Neubau Deutsche Botschaft KairoQuelle: Friedrich Keuthen Architektur, Köln Foto: Michael Lindner


 

Beurteilung durch das Preisgericht (Auszug):
Kanzlei und Residenz werden als gemeinsamer langgestreckter Baukörper zusammengefasst und zentral auf dem Grundstück platziert. Die beiden Hauptfunktionen werden damit in einem Riegel vereint, eine Differenzierung zwischen den beiden Funktionen wird bewusst nicht vorgenommen.
Der bestehende Garten wird erhalten und auf der Südseite des Gebäudes als Residenzhof und Kanzleigarten erweitert. Die Visastelle erhält einen angemessenen Vorhof, der sich zur Hassan Sabri Straße öffnet.
Während die Obergeschosse durch die serielle Fassadensprache einer steinernen Pfosten-Riegel-Fassade zusammengefasst werden, reagiert die Fassade des EG differenziert auf die unterschiedlichen Anforderungen der Eingänge und Nutzungen.
Quer zum Hauptriegel angeordnete Dächer verorten den Riegel an den Stirnseiten auf dem Grundstück. Unter den Dächern sind verschiedene Funktionen wie HOD- Wohnungen, Infoschalter Visastelle, Anlieferung, Garagen und andere Nebenräume angeordnet. Die Zufahrt erfolgt von der Berlin Street von Norden und mündet in einen steinernen Hof, in welchem die Eingänge zu Kanzlei und Residenz durch ein weiteres Dach markiert werden.
Das introvertierte viergeschossige Atrium bildet die Schnitt-stelle zwischen Residenzbereich und Kanzlei. Dieses bildet zusammen mit dem nach oben offenen dreigeschossigen Patio in der Kanzlei die dominierenden Raumstrukturen, mit denen die von den Verfassern benannten Ziele der Repräsentation und Kommunikation angestrebt werden. (...)

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