Navigation und Service

Botschaft Helsinki

Eingang zur Residenz. Ehrenhof im Hintergrund. Foto 1993Eingang zur Residenz. Ehrenhof im Hintergrund. Foto 1993

ARCHITEKTJuha Leiviskä, Helsinki
WETTBEWERBZweistufiger, beschränkter Wettbewerb
1. Preis Juha Leiviskä, Helsinki
2. Preis Erich Schneider-Wessling, Köln
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE11.388
HAUPTNUTZFLÄCHE3.152
KANZLEI1.849
RESIDENZ1.276
GEBÄUDEVOLUMEN17.900
GESAMTKOSTEN31 Millionen DM
BAUAUSFÜHRUNGWiemer und Trachte, Dortmund
BAUBEGINNMärz 1991
FERTIGSTELLUNGJuni 1993
BAULEITUNGProjekticonultit, Espoo
GARTENGESTALTUNGYmpäristönsuunnittelu Henttonen / Sauvo Henttonen, Maukkula
EINRICHTUNGBundesbaudirektion
KUNST AM BAUFrank M. Zeidler, Leo Kornbrust, Edgar Gutbub

Landschaft als Maßstab

Betrachtet man den Grundriss der deutschen Botschaft in Helsinki, so entsteht zunächst der Eindruck, als handele es sich um eine wie zufällig zu Papier gebrachte Ansammlung von Stab- und Quadratformen. Erst bei näherer Betrachtung zeigen sich zwei sehr präzise durchdachte Baukörper, die jeweils zwei Flügel bilden. 1984 erhielt der finnische Architekt Leiviskä den Auftrag, eine Kanzlei und Residenz an einer von Inseln begrenzten und geschützten Meeresbucht in der Nähe von Helsinki zu planen. Neben der landschaftlich eindrucksvollen Lage hat sich auf dem Grundstück, das mit einer in den 70er Jahren abgerissenen Villa bebaut war, ein Garten erhalten. Leiviskä machte sich die Struktur der umgebenen Landschaft zum Bauprinzip. Hierbei beeinflussten die von Villen bestimmte Umgebung, die Himmelsrichtungen sowie auch die Ausblicke auf Meeresbuchten und Inseln seine Planung. Die Botschaftsräume sollten sich wie umrahmte Ausblicke öffnen, die von Höfen, geformt wie kleine Meeresbuchten, gelenkt werden. Die beiden zweigeschossigen Kanzlei- und Residenzgebäude sind durch eine Reihe von Vordächern miteinander und zur Umgebung in Kontakt gebracht. Trotz dieser Verbindungen sind öffentlicher und privater Bereich deutlich voneinander getrennt. Die beiden Flügel der Residenz öffnen sich nach Nordosten zum Ziergarten der alten Villa, während sich die Räume der Kanzlei nach Südwesten zum alten Nutzgarten öffnen. Der südöstliche Teil des Grundstückes wendet sich wie eine Tribüne dem Ufer zu. In diesem Teil, wo sich die Gebäude fast berühren, ist ein Ehrenhof entstanden, der durch den reichen Baumbestand hindurch besonders umrahmte Ausblicke auf die Insel Seurasaari eröffnet. Zusammen mit einer dortigen "Stelengruppe" will Leiviskä dies als eine nordische Interpretation der italienischen Gartenloggia verstanden wissen.

Die von außen wahrnehmbare Wechselwirkung von Natur und Gebäude soll sich im Inneren fortsetzen. Beim Durchschreiten der Räume werden wechselnde Ausblicke ermöglicht. Hierfür setzt der Architekt gezielt Lichtwirkungen ein, so dass die Räume sich als "Instrumente, die vom Licht umspielt werden" zeigen. Um den erwünschten, sich ständig unter wechselnden Beleuchtungsverhältnissen wandelnden Charakter nicht zu stören, ist auf Farbigkeit im Inneren und Äußeren weitgehend verzichtet worden.

Diese Seite

© Copyright by BBR. Alle Rechte vorbehalten.