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Botschaft in Buenos Aires

Ansicht der Botschaftsanlage von Nord. Links Kanzlei, rechts Residenz. Foto 1985Ansicht der Botschaftsanlage von Nord. Links Kanzlei, rechts Residenz. Foto 1985

ARCHITEKTDieter Oesterlen (1911-1994)
WETTBEWERBEngerer Wettbewerb zur Erlangung von Bauentwurfsvorschlägen 1975. Teilnehmer: Dieter Oesterlen, Hannover; Pantenius, Münster; Bernardo Hoppe, Buenos Aires
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE17.759
HAUPTNUTZFLÄCHE2.902
KANZLEI1.916
RESIDENZ764
GEBÄUDEVOLUMEN24.827
GESAMTKOSTEN21,6 Mio. DM
BAUAUSFÜHRUNGKocourek, S.A., Buenos Aires
BAUBEGINNMärz 1980
FERTIGSTELLUNGJuni 1983
BAULEITUNGBundesbaudirektion
GARTENGESTALTUNGHans Lutz & Partner, Stuttgart
EINRICHTUNGDieter Oesterlen und Bundesbaudirektion
KUNST AM BAUGünter E. Herrmann

Mathematisch bestimmt

Als Oesterlen Mitte der 70er Jahre mit den Entwürfen für eine Kanzlei und Residenz in Buenos Aires begann, sah er sich durch den reichen alten Baumbestand des Baugrundstückes veranlasst, um die Bäume herum zu planen. Es entstand ein von 45° Winkeln geprägter ausladender Baukörper, der aus der gewachsenen Blockrandbebauung der städtischen Umgebung ausbricht. Oesterlen begriff diesen Grundriss als Chance, "interessante, bewegte Außenräume" zu bilden. Die Figur des Komplexes erklärt sich also nicht, wie bei Scharouns Botschaft in Brasilia, aus dem Ablauf der inneren Räume heraus, sondern erfährt seine Begründung durch die äußeren Gegebenheiten.

Das Botschaftsanwesen besteht aus drei miteinander verbundenen Baukörpern. Ein zweimal durch 45° Winkel gebrochener, dreigeschossiger Flügel nimmt die Verwaltung auf. Die Wohnung des Botschafters befindet sich in einem zweigeschossigen einmal durch einen 45° Winkel gebrochenen Flügel, der sich zur entgegengesetzten Himmelsrichtung öffnet. Ein kleinerer kubenartiger Baukörper dient als Mehrzweckgebäude und verbindet Kanzlei und Residenz miteinander. Der vorherrschende Eindruck der in rechten- und schiefen Winkeln geknickten langen Geschossbänder erfährt noch dadurch eine Verstärkung, dass die Stockwerke stark zurückspringen. Dies bietet zwar die Möglichkeit, großzügige Terrassen zu bilden, lässt aber die oberen Geschosse wie unmotiviert aufeinander geschichtet wirken. Das in weiten Teilen galerieartig oder völlig geöffnete Sockelgeschoss mildert den Eindruck der starren Fassaden nicht. Die Grundrissfigur ermöglicht die Schaffung von vier Höfen. So kann der zur sonnigen Nordseite hinausgehende Platz als Garten der Residenz genutzt werden. Als 1983 die Botschaft ihrer Bestimmung übergeben wurde, bezogen die Diplomaten einen Bau, dessen gesamte architektonische Haltung weit in das vorangegangene Jahrzehnt zurück verweist.

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