Navigation und Service

Botschaft in Brasilia

Generalsanierung Botschaftscompound

Die Deutsche Botschaft in Brasilia wurde von Prof. Dr. Hans Scharoun im Auftrag der ehemaligen Bundesbaudirektion 1964 bis 1967 geplant und 1971 übergeben. Es handelt sich um eine bundeseigene Liegenschaft, die im Botschaftsviertel der neuen Stadt Brasilia liegt.

Mehrere Gutachten in den Jahren 1999/2000 haben eine Generalsanierung der Gesamtanlage für dringend notwendig befunden. Diese Sanierung erfolgte von Januar 2005 bis April 2007.

Gesamtansicht der Botschaftsanlage von Nordwest. Foto ca. 1971Gesamtansicht der Botschaftsanlage von Nordwest. Foto ca. 1971 Quelle: BBR

ARCHITEKTHans Scharoun (1893-1972)
GENERALPLANER
DER SANIERUNG
Bultmann & Team
Architekten, Ingenieure und Entwickler
Badenallee 1
14052 Berlin
GENERALUNTERNEHMERKappenberger + Braun
K+B Elektro Unternehmen GmbH &Co KG
GRUNDSTÜCKSGRÖSSE25.000
NUTZFLÄCHE7.472 NGF
GRUNDFLÄCHE10.565 BGF
GESAMTKOSTEN11,9 Mio. Euro
PLANUNGSBEGINNMai 2000
BAUBEGINNJanuar 2005
FERTIGSTELLUNGApril 2007
PROJEKTLEITUNGBBR Referat IIIA2
FACHINGENIEUREBBR Referat IIIS2

Die Liegenschaft besteht aus den Bauteilen

  • Kanzleikomplex mit Kinosaal, Pförtnerhaus und Schleuse
  • Residenzgebäude mit Repräsentationstrakt und Botschafterwohnung
  • 4 Wohnhäuser für den Fahrer, mittleren Dienst, Hausmeister und Kanzler
  • Wohnappartementhaus mit 8 Einzelappartements
  • Überdachter Parkplatz

Die Deutsche Botschaft in Brasilia ist das einzige realisierte Auslandsprojekt von Hans Scharoun. Es handelt sich um einen Gebäudekomplex, der sich aus den Bauteilen Kanzlei und Residenz, den vier großen Wohnungen und dem Gebäude mit den Personalwohnungen zusammensetzt. Die grandiose Raumfolge in den Empfangsräumen der Residenz zählt zu den interessantesten Schöpfungen Scharouns, so dass das Gebäude zusammen mit der Gartengestaltung von Roberto Burle-Marx und der Lichtkunst von Günter Ferdinand Ris in Deutschland ein Denkmal von nationaler Bedeutung darstellen würde.

Botschaft als Stätte der Begegnung
Scharouns einziger Auslandsbau in der damals noch als "Stadt der Zukunft" gepriesenen jungen Hauptstadt Brasilia überrascht in doppelter Hinsicht. Zum einen nahm er bei den ersten Entwürfen ab 1963 nicht den ansonsten bevorzugt zitierten ausdrucksstarken Baustil Oskar Niemeyers auf - abgesehen von Sonnenschutzmaßnahmen an den Fassaden könnte der Bau so auch unter Scharouns Planung in Deutschland entstanden sein. Zum anderen brach er mit der inzwischen schon selbstverständlich gewordenen Gepflogenheit, Kanzlei und Residenz räumlich deutlich voneinander zu trennen. In Brasilia bilden beide Teile einen organisch zusammenhängenden Bauteil. Lediglich die Wohnräume des Kanzlers sowie die Dienst- und Personalwohnungen sind in separaten Häusern untergebracht. Es war Scharouns erklärtes Ziel, die Funktionen von Wohnen, Arbeiten und Repräsentieren "zueinander und in sich geordnet" zu gestalten. Aus diesem Konzept heraus entstand eine Reihe ineinander greifender, abgestufter Räume, die auch dazu beitragen sollten, die damals als überkommen empfundenen Vorstellungen von Repräsentation zu mildern. Ganz im Sinne der gesellschaftlich reformativen Bemühungen der 60er Jahre sollte dem Ablauf festlicher Veranstaltungen und persönlicher Begegnungen eine neue Form gegeben werden. Auch auf das schon zur Baugewohnheit gewordene Vordach zum Residenzeingang verzichtet Scharoun zugunsten eines überbauten Vorfahrtraumes, von dem zwei getrennte Eingänge zum Botschafterbau und zum Verwaltungstrakt abgehen. Nach außen erfahren Kanzlei und Residenz durch eine Folge ansteigender Plateaus eine Abgrenzung und Ordnung zueinander. Die Fassade wird neben der vorgehängten Natursteinverkleidung aus rotem Sandstein von Leichtmetallbrüstungen geprägt, die durch einen Brisesoleil als Sonnenschutz verlängert sind.

Das Gestaltungsprinzip des von innen nach außen entwickelten Baus wird im Garten fortgesetzt. Hier übernehmen die vom Haus abwärts führenden Terrassen die zusammenführende, verbindende Funktion. Unter diesen Wechselwirkungen zwischen Bauwerk und Umwelt hat der Landschaftsgestalter Roberto Burle - Marx den Garten geformt. Die Botschaftsbauten waren 1971 nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt.

Zur Baubeschreibung

Diese Seite

© Copyright by BBR. Alle Rechte vorbehalten.