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Internationaler Wettbewerb für Neubau des Besucher- und Informationszentrums des Deutschen Bundestages entschieden

Zwei erste Preise vergeben

Ausgabejahr 2016
Datum 04.11.2016

Berlin. Im Wettbewerb für Arbeitsgemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten für den Neubau des Besucher- und Informationszentrums des Deutschen Bundestages (BIZ) in Berlin sind die Züricher Markus Schietsch Architekten GmbH mit Lorenz Engster Landschaftsarchitektur & Städtebau GmbH sowie die Berliner Markus Bonauer, Michael Bölling und rw+ Gesellschaft von Architekten mbH zusammen mit capattistaubach Landschaftsarchitekten mit jeweils einem ersten Preis ausgezeichnet worden. Die Entscheidung hierzu traf das Preisgericht in seiner Sitzung am 3. November 2016. Ausgelobt und durchgeführt worden ist der Wettbewerb zum Bauvorhaben des Deutschen Bundestages vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) in enger Abstimmung mit dem Deutschen Bundestag, dem Bundesbauministerium und dem Land Berlin.

Anlass für den Wettbewerb war der im November 2015 gefasste Beschluss des Ältestenrates des Deutschen Bundestages zum Bau eines neuen Besucher- und Informationszentrums südlich der Scheidemannstraße im Tiergarten. Der Neubau soll Angebote zur Information und Kommunikation sowie Gastronomie bereithalten und gleichzeitig den sicherheitskontrollierten Zugang für alle Besucher des Reichstagsgebäudes ermöglichen. Die Entscheidung zu Realisierung und Standort des künftigen Besucher- und Informationszentrums ist in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess von Bundestag und Bundesbauministerium mit dem Land Berlin nach umfangreichen Machbarkeitsuntersuchungen zustande gekommen.

In einem offenen zweiphasigen Planungswettbewerb für Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten wurden aus insgesamt 187 Wettbewerbsbeiträgen in der ersten Phase 28 Arbeiten für die weitere Bearbeitung in der zweiten Phase ausgewählt.

Die Siegerentwürfe sehen Neubauten südlich der Scheidemannstraße vor, die auf rund 6.600 Quadratmetern Bruttogrundfläche wichtige Funktionen eines Besucher- und Informationszentrums vereinen – unter anderem Seminar- und Kommunikationsbereiche, Shop, Garderoben und Bistro – und künftig als zentraler Eingang für die derzeit jährlich rund 2,4 Millionen Besucher des Bundestages dienen.

Die Kostenobergrenze für den Neubau des Besucher- und Informationszentrums inklusive Besuchertunnel hat der Ältestenrat des Deutschen Bundestages auf circa 150 Millionen Euro festgelegt.

Die Verbindung von Besucher- und Informationszentrums und Reichstagsgebäude durch einen Besuchertunnel gewährleistet, dass nur eine einzige Sicherheitskontrolle für die Besucher nötig wird. Lage und Verlauf des Besuchertunnels durch den von Bahntrassen und technischer Infrastruktur dicht belegten Untergrund waren aus bautechnischen Gründen vorgegeben. Durch diese im Untergrund bereits vorhandenen Infrastrukturtrassen umfasst das gesamte Projekt besonders anspruchsvolle Tiefbauarbeiten.

Im Projekt waren als Randbedingungen der Erhalt der wichtigen denkmalgeschützten Alleen im Tiergarten sowie der Abstand zum sowjetischen Ehrenmal und die technischen Belange bezüglich der unterirdischen Infrastrukturtrassen zu berücksichtigen.

Bei einer Vielzahl von Arbeiten wurde Überarbeitungsbedarf bezüglich dieser Randbedingungen erkannt. Im Ergebnis wurden daher vom Preisgericht unter der Leitung des Stuttgarter Architekten Prof. Arno Lederer zwei erste Preise mit Überarbeitungshinweisen bestimmt und fünf Anerkennungen ausgesprochen. Zur Jury gehörten neben freischaffenden Architekten und Landschaftsarchitekten Mitglieder aller im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen, unter anderem die Vorsitzende der Bau- und Raumkommission des Ältestenrates, Edelgard Bulmahn, Abteilungsleiter a.D. Günther Hoffmann als Vertreter des Bundesbauministeriums, die Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher sowie die Präsidentin des Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Petra Wesseler.

Bei dem ersten Preis von Markus Schietsch Architekten mit Lorenz Engster Landschaftsarchitektur lobte das Preisgericht:
„Mit seinem Vorplatz an der Scheidemannstraße schafft der Entwurf eine selbstverständliche großzügige Eingangssituation für die Besucher.“ Das Preisgericht überzeugte der Entwurf mit seiner städtebaulichen Konzeption und klaren architektonischen Anmutung.

Der weitere erste Preis von Markus Bonauer, Michael Bölling und rw+ Architekten zusammen mit capattistaubach Landschaftsarchitekten überzeugte das Preisgericht durch die schlüssige Besucherführung im Innern. „Mit dem Foyer an der Ostseite entwickelt sich das lebendige Zentrum des Gebäudes als geschossübergreifendes Raumkontinuum.“

Die Anerkennungen gingen an die Büros:

BGAA + FRPO Burgos & Garrido Arquitectos Asociados + FRPO Rodriguez & Oriol Arquitectos, Madrid (Spanien) mit VWA + UBERLAND, Vevey (Schweiz)

bob-architektur BDA, Köln mit FSWLA GmbH, Düsseldorf

Henn GmbH, Berlin mit Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH, Berlin

Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH, München mit Schüller Landschaftsarchitekten, München

ARGE KIM NALLEWEG Architekten und César Trujillo Moya, Berlin mit TDB Landschaftsarchitektur Thomanek Duquesnoy Boemans Partnerschaft, Berlin

Mit Errichtung des Besucher- und Informationszentrums kann dann auch das provisorische Sicherheitskontrollgebäude auf dem Platz der Republik entfallen und durch eine städtebaulich, architektonisch und funktional angemessene Lösung dauerhaft ersetzt werden. Ziel ist die Umsetzung eines überzeugenden Entwurfes für ein attraktives Besucher- und Informationszentrum, das sich in enger Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt unter Erhalt der Alleestrukturen räumlich in den Tiergarten integriert. So kann dem anhaltend großen Interesse der Öffentlichkeit an einem Besuch des Deutschen Bundestages und an Informationen über die parlamentarische Arbeit zukünftig angemessen Rechnung getragen werden.

Begleitend führt das Land Berlin ein Bauleitplanverfahren durch, um die notwendigen planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung des Besucher- und Informationszentrums des Deutschen Bundestages zu schaffen. Aktuell erfolgt die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, um allen Interessierten die Ziele und Zwecke des Bebauungsplans 1-94 zu erläutern. In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Am Köllnischen Park 8, Erdgeschoss, besteht vom 21.11.-16.12.2016 jeweils zwischen 10-18 Uhr die Gelegenheit, sich zu informieren und auch eine Stellungnahme abzugeben.

Die Ausstellung aller Wettbewerbsarbeiten wird am 29. November 2016 um 17 Uhr im Foyer des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Ernst-Reuter-Haus, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin, eröffnet und ist bis zum 14. Dezember 2016 jeweils montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr öffentlich zugänglich.

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