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Wettbewerb zum Neubau der Deutschen Schule in Alexandria abgeschlossen

Entwürfe werden ab 18. Dezember 2015 im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung präsentiert

Ausgabejahr 2015
Datum 30.11.2015

Berlin. Mit der Vergabe von drei Preisen und zwei Anerkennungen wurde der vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) durchgeführte Wettbewerb zum Neubau der Deutschen Schule in Alexandria am 30. November 2015 abgeschlossen. Mit dem ersten Preis ausgezeichnet und zur Ausführung empfohlen hat das Preisgericht unter Vorsitz der Architektin Ursula Pasch den gemeinsamen Wettbewerbsentwurf des Erfurter Büros Worschech Architekten Planungsgesellschaft mit den Dresdener Landschaftsarchitekten RSP Freiraum GmbH. Die Wettbewerbsentwürfe werden vom 18. Dezember 2015 bis zum 7. Januar 2016 im Foyer des BBR in einer Ausstellung gezeigt.

Die seit 1884 bestehende Schule mit derzeit rund 640 Schülerinnen und 120 Vorschulkindern muss seit langem mit einer räumlich unzureichenden Situation auskommen. Deshalb beabsichtigt der Schulverein der Deutschen Schule der Borromäerinnen in Alexandria als Träger der Einrichtung, auf einem außerhalb des Stadtzentrums gelegenen, zirka 23.500 Quadratmeter großen Grundstück einen Neubau mit Sporthalle zu realisieren.
Weitere ergänzende Nutzungen auf der Liegenschaft wie der Kindergarten, eine Schwimmhalle und ein Kongregationshaus mit Gästezimmern stehen derzeit zwar noch nicht zum Bau an, sollten aber in die planerische Betrachtung des Gesamtkonzeptes einbezogen werden, um eine mögliche Realisierung zu einem späteren Zeitpunkt vorzubereiten.

Ziel des Wettbewerbs war es, einen qualitätsvollen Konzeptvorschlag für die Bebauung des Gesamtareals und einen Vorentwurf für einen ersten Realisierungsteil mit Schulneubau, Sporthalle, Sport-, Frei- und Grünflächen zu erhalten sowie ein interdisziplinäres leistungsfähiges Planungsteam zu finden.
Neben dem architektonischen Qualitätsanspruch an die gesamte Gebäudegestaltung, der Umsetzung des pädagogischen Konzeptes und der funktionalen Anforderungen waren die Aspekte einer mit dem Gebäudekomplex verwobenen Freianlagenplanung wichtiges Ziel. Der Entwurf sollte insbesondere auch in seiner ökologischen und ökonomischen Dimension überzeugen.

Laut Preisgericht entspricht der Siegerentwurf "der Bauaufgabe Schule in besonderer Weise". Fünf solitäre Baukörper gruppieren sich um einen zentralen Hof und sind über Stege miteinander verbunden. Besonders gewürdigt wurde durch das Preisgericht die vorbildliche Lösung der im pädagogischen Konzept gewünschten Cluster, wobei der Entwurf "für jede Altersstufe eine eindeutige Adressbildung" schaffe. Des Weiteren wird die Landschaftsarchitektur als "angenehm zurückhaltend" gelobt, die den Eindruck "von sehr homogenen Außenanlagen… im orthogonalen Grundsystem der Höfe" erweckte.

Der zweite Preis wurde dem Entwurf des Dortmunder Büros Gerber Architekten GmbH zuerkannt, den dritten Preis erhielten das Architekturbüro Ackermann + Raff GmbH & Co. KG gemeinsam mit Glück Landschaftsarchitektur, beide Stuttgart. Eine Anerkennung erhielt der gemeinsame Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Bez + Kock Architekten Generalplaner GmbH mit den Berliner Landschaftsarchitekten ST raum a - Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH.

Die zweite Anerkennung erhielt das Berliner Büro Haberland Architekten gemeinsam mit dem Büro häfner jiménez betcke jarosch landschaftsarchitektur GmbH.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin;

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 17. Dezember 2015, 17 Uhr; anschließend bis 7. Januar 2016, Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr zu besichtigen (24.- 25. und 31. Dezember 2015 sowie 1. Januar 2016 geschlossen).


Weitere Informationen zur Deutschen Schule in Alexandria

Die Deutsche Schule der Borromäerinnen in Alexandria
Die Kongregation der Borromäerinnen führt seit 1884 die "Deutsche Schule der Borromäerinnen in Alexandria" als Mädchenschule für Schülerinnen verschiedener Konfessionen. Rund 640 Schülerinnen besuchen die Grundschule und Sekundarstufe, 120 Kinder besuchen den Kindergarten. Das ursprüngliche Gebäude wurde als Hotel errichtet, 1976,1980 und 1989 wurden bauliche Erweiterungen vorgenommen. Heute umfasst die Liegenschaft sechs Häuser mit einer Nutzfläche von insgesamt rund 4.1 Quadratmetern. Die Deutsche Schule wurde ursprünglich als Lehranstalt für deutsche und österreichische Mädchen gegründet, deren Väter beim Bau des Hafens von Alexandria eingesetzt waren. Seit 1924 unterrichten neben den Schwestern auch weltliche, staatliche Lehrkräfte. 1980 erfolgte die Anerkennung als Deutsche Auslandsschule. Heute lernen an der Deutschen Schule in Alexandria überwiegend ägyptische Mädchen. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Als Abschlüsse sind sowohl die deutsche Fach- als auch die Allgemeine Hochschulreife möglich, jeweils verbunden mit der Zugangsberechtigung zu ägyptischen Hochschulen.

Der Orden der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus
Ursprünglich 1652 im Zuge einer Pestepidemie nach dem Dreißigjährigen Krieg in Nancy in Frankreich gegründet, befindet sich das deutsche Mutterhaus der katholischen Frauenkongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl
Borromäus heute im Hochsauerland im Kloster Grafschaft. Die Schwestern sind dort auch Trägerinnen des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft. Neben weiteren Niederlassungen und karitativen Einrichtungen in Deutschland werden auch in Rumänien, Israel und eben in Ägypten Krankenhäuser und Pflegeheime sowie Bildungs- und Erziehungseinrichtungen von den Borromäerinnen betrieben. In Ägypten betreuen die Schwestern die Deutsche Schule und ein Altenheim in Alexandria sowie die Deutschen Schule der Borromäerinnen in Kairo. Derzeit gibt es etwa 300 deutsche Borromäerinnen.

Die Aktivitäten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung im Ausland
Das BBR betreut gemeinsam mit dem Bundesbauministerium und seinem wichtigsten Auftraggeber, dem Auswärtigen Amt, die Bauaufgaben des Bundes im Ausland. Dazu zählt neben den Baumaßnahmen für Botschaften, Konsulate, Goethe-Institute, kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen und die deutschen Auslandsschulen auf allen fünf Kontinenten. Beispiele für jüngst fertiggestellte und in Realisierung befindliche Projekte im Auslandsbau sind der Neubau der Deutschen Schule Madrid, die Sanierung der Residenzen in Bukarest und Santiago de Chile sowie der Goethe-Institute in Tunis und Kairo.

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